Ohne seltenes Indium: Canon entwickelt OLEDs mit Alltags-Metall

Canon hat bei der Entwicklung von OLED-Technologien einen wichtigen Schritt geschafft: Der japanische Konzern kann jetzt auch Panels herstellen, in denen keine seltenen Metalle zum Einsatz kommen.
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Bisher stellt die Verfügbarkeit von Indium einen wichtigen Faktor für die Produktion von OLEDs dar. In Form von Indiumphosphid ist es in die Pixel eingelagert. Allerdings ist der wichtigste Lieferant derzeit China, was für westliche Hersteller aufgrund der geopolitischen Probleme schwierig werden kann. Selbst wenn die Verfügbarkeit sichergestellt werden kann, schlägt sich das doch letztlich im Preis nieder.

Canon ist es nun gelungen, auch die Displays der Quantum Dot-Klasse ohne dieses Metall herzustellen, berichtet die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei. Dabei setzen die Entwickler des Unternehmens auf Blei als Indium-Ersatz. Dieses Metall hat den Vorteil, dass es in großen Mengen verfügbar und entsprechend billig ist. Zudem ist man hier nicht auf neue Förderungen angewiesen, sondern kann problemlos auf viel Material aus dem Recycling zurückgreifen.

Massenproduktion in Arbeit

Ganz unbekannt war Blei in der OLED-Entwicklung bisher nicht. Es führt in der Regel aber zu Ergebnissen, die weniger haltbar sind als beim Einsatz Indiums. Bei Canon konnte man aber auf Fachwissen zurückgreifen, das eigentlich aus der Herstellung von Materialien für Toner und Tinte für Bürogeräte stammt. Mit diesem gelang es, die Lebensdauer-Probleme von Blei-OLEDs zu lösen und auf Werte zu kommen, die mit den Indium-basierten Technologien vergleichbar sind.

Canon will die Technologie jetzt noch auf einen Stand bringen, mit dem sie in der Massenproduktion nutzbar ist. Das wird noch ein wenig dauern, man ist aber zuversichtlich, dass noch in der Mitte dieses Jahrzehnts größere OLED-Chargen ohne den Einsatz von Indium vom Band rollen. Von dem seltenen Metall produzierte China zuletzt 530 Tonnen in einem Jahr, was einem Weltmarktanteil von 59 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Neu-Förderung und Recycling stellen jährlich rund 17 Millionen Tonnen Blei auf dem Weltmarkt bereit.

Zusammenfassung
  • Canon entwickelt OLEDs ohne seltene Metalle: Indium wird durch Blei ersetzt.
  • Blei ist in großen Mengen verfügbar und günstig, es kann auch aus Recyclingmaterial gewonnen werden.
  • Bisher waren OLEDs mit Blei weniger haltbar, aber Canon konnte die Lebensdauer-Probleme lösen.
  • Massenproduktion von OLEDs ohne Indium startet noch in diesem Jahrzehnt.
  • China stellt mit 530 Tonnen jährlich 59% des Indiums weltweit, Blei ist mit 17 Mio. Tonnen jährlich deutlich verfügbarer.

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