Menschheit schlägt zurück, Amateur-Spieler gewinnt gegen Top-Go-KI

Vor sieben Jahren hat eine künstliche Intelligenz für eine kleine Sensation gesorgt, denn der KI gelang es, einen Go-Großmeister zu besiegen. Das Brettspiel ist besonders komplex und galt als eine der letzten Bastionen der Menschheit gegen KIs. Doch nun gab es die "Revanche".
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Seit dem Sieg von AlphaGo, einer auf Googles DeepMind basierenden und auf Go spezialisierten künstlichen Intelligenz, gingen die meisten Experten davon aus, dass Computer bzw. KIs dem Menschen in allen derartigen Spieldisziplinen überlegen sind. Doch nun ist einem Mann namens Kellin Pelrine das gelungen, was der koreanische Meister seinerzeit nicht geschafft hat: Er konnte die Go-KI überraschend schlagen.

KI entdeckt KI-Schwachstelle

Das Erstaunliche daran ist, dass Pelrine ein Amateurspieler ist, der nicht einmal zu den Top-Vertretern dieser Kategorie zählt. Wie die Financial Times (via Ars Technica) berichtet, hat sich Pelrine eine spezielle Schwachstelle des Systems zunutze gemacht. Diese wurde zwar grundsätzlich von einer anderen KI entdeckt, die Partien selbst absolvierte der Go-Amateur aber ohne jede Computerhilfe - und gewann 14 von 15 Matches.


Die von Pelrine angewandte Taktik bestand darin, langsam eine große "Schleife" aus Steinen zusammenzustellen, um eine der gegnerischen Gruppen einzukreisen, während er die KI mit Zügen in anderen Ecken des Brettes ablenkte. Die KI bemerkte diese Schwachstelle nicht, selbst als die Umzingelung fast vollständig war, so Pelrine.

Die Schwachstelle betrifft nicht nur die Go-KI, gegen die Pelrine angetreten ist, sie tritt in den meisten heute üblichen künstlichen Intelligenzen auf, heißt es. "Es war für uns überraschend einfach, dieses System auszunutzen", sagte dazu Adam Gleave, Chef des kalifornischen KI-Forschungsunternehmens FAR AI, das die Schwachstelle entdeckt hat. Das gelang mithilfe mehr als einer Million Matches gegen KataGo, eines der derzeit fortschrittlichsten Go-Systeme.

Laut Pelrine ist die von der Software entdeckte Sieges-Strategie "nicht ganz trivial, aber auch nicht superschwierig" zu erlernen. Er testete diesen Weg auch noch gegen eine weitere künstliche Intelligenz, auch diese konnte er auf gleiche Weise besiegen. Ob man das als vollständig "menschlichen" Sieg einordnet, ist wohl Geschmackssache, offiziell geht die Menschheit aber wieder in Führung - denn das Ausnutzen von Schwachstellen kann man durchaus als zutiefst menschliche Fähigkeit sehen.

Zusammenfassung
  • AlphaGo besiegt Go-Großmeister, KI gilt als überlegen
  • Kellin Pelrine schlägt KI-System überraschend
  • Pelrine ist Amateur, kein Top-Vertreter
  • FAR AI entdeckt Schwachstelle, die Pelrine ausnutzt
  • Unzählige Matches gegen KataGo führen zu Erkenntnissen
  • Menschliche Fähigkeiten ermöglichen Sieg, KI ist am Zug

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