Stromerzeugung: Wind und Sonne setzten sich in der EU an die Spitze
Wind- und Solar-Energie haben es im letzten Jahr geschafft, sich zumindest zusammengenommen an die Spitze im europäischen Stromnetz zu setzen. Angesichts der Trends der letzten Jahre dürften die Anteile bald noch deutlicher verteilt werden.
Die alten Formen der Stromerzeugung hatten es 2022 gleich mit einer dreifachen Krise zu tun: Die Erdgas-Importe aus Russland mussten heruntergefahren werden und die durch die Klimakrise bedingte Dürre ließ sowohl die Wasserkraftwerke als auch die Nuklear-Anlagen deutlich weniger liefern als bisher. Der Zubau von Kapazitäten bei der Photovoltaik und den Windkraftanlagen erreichte hingegen neue Rekordwerte.
Nach Daten des Thinktanks Ember erreichten Wind- und Solarenergie so zusammen im Jahr 2022 einen Rekordanteil von 22,3 Prozent an der Stromerzeugung in der EU. Zum ersten Mal lagen sie damit über der Kernenergie (21,9 Prozent) und dem Gas (19,9 Prozent). Die Wasserkraft wurde bereits 2015 und die Kohle 2019 überholt.
Der stärkste Rückgang wurde bei der Wasserkraft verbucht: Europaweit fielen im letzten Jahr erneut deutlich zu wenig Niederschläge und die Stauseen blieben leer. Dadurch sank die Stromproduktion hier um 83 Prozent. Deutlich bekannter ist die Tatsache, dass das Niedrigwasser in den Flüssen dafür sorgte, dass Nuklear-Anlagen aufgrund unzureichender Kühl-Möglichkeiten heruntergefahren werden mussten.
Es wird erwartet, dass sich das Wachstum von Wind- und Solarenergie in diesem Jahr fortsetzt, während sich die Stromerzeugung aus Wasserkraft und Kernenergie wahrscheinlich etwas erholen wird. Infolgedessen könnte die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen um noch nie dagewesene 20 Prozent zurückgehen - doppelt so viel wie der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2020, prognostiziert die Analyse.
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Nach Daten des Thinktanks Ember erreichten Wind- und Solarenergie so zusammen im Jahr 2022 einen Rekordanteil von 22,3 Prozent an der Stromerzeugung in der EU. Zum ersten Mal lagen sie damit über der Kernenergie (21,9 Prozent) und dem Gas (19,9 Prozent). Die Wasserkraft wurde bereits 2015 und die Kohle 2019 überholt.
Der stärkste Rückgang wurde bei der Wasserkraft verbucht: Europaweit fielen im letzten Jahr erneut deutlich zu wenig Niederschläge und die Stauseen blieben leer. Dadurch sank die Stromproduktion hier um 83 Prozent. Deutlich bekannter ist die Tatsache, dass das Niedrigwasser in den Flüssen dafür sorgte, dass Nuklear-Anlagen aufgrund unzureichender Kühl-Möglichkeiten heruntergefahren werden mussten.
Kohle nicht so stark wie gedacht
Einen Teil der Ausfälle musste daraufhin die Kohle übernehmen. Allerdings wuchs deren Anteil längst nicht so stark, wie man es aufgrund der multiplen Krisen erwartet hatte. Stattdessen legten die Erneuerbaren deutlich zu. Allein die Solarstrom-Erzeugung kletterte EU-weit um 24 Prozent, was dazu beitrug, Gaskosten in Höhe von 10 Milliarden Euro zu vermeiden. Etwa 20 EU-Länder, darunter die Niederlande, Spanien und Deutschland, erzielten einen Rekordanteil ihrer Stromerzeugung aus Sonnenenergie.Es wird erwartet, dass sich das Wachstum von Wind- und Solarenergie in diesem Jahr fortsetzt, während sich die Stromerzeugung aus Wasserkraft und Kernenergie wahrscheinlich etwas erholen wird. Infolgedessen könnte die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen um noch nie dagewesene 20 Prozent zurückgehen - doppelt so viel wie der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2020, prognostiziert die Analyse.
Zusammenfassung
- Wind- und Solarenergie überholen Kernenergie und Gas in EU (22,3 %)
- Wasserkraft wegen Klimakrise deutlich zurückgegangen (-83 %)
- Solar-Erzeugung klettert um 24 % und spart 10 Mrd. Euro
- Kohle übernimmt nicht alle Ausfälle, Erneuerbare legen zu
- Erwartet: Wachstum Erneuerbarer, Rückgang fossiler Brennstoffe (-20 %)
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