Shadow Cloud Gaming: Windows-PC mit RTX A4500 ausprobiert

Der Cloud-Computing-Anbieter Shadow bietet seit Ende Oktober ein Power-Upgrade an, das virtuelle PCs mit höherer Performance mit sich bringt. Wir haben den Dienst ausprobiert und alltägliche Anwendungen sowie Spiele auf einem Windows-PC mit RTX A4500 getestet. Das Power-Upgrade umfasst eine AMD Epyc 7543P-CPU mit vier Kernen, 16 GByte RAM sowie eine Nvidia GeForce RTX A4500-GPU. Der Grafikchip ist in etwa vergleichbar mit einer RTX 3070. Um auf die virtualisierte Windows-Umgebung zugreifen zu können, muss zunächst eine von Shadow bereitgestellte App heruntergeladen werden. Auf dem Server ist der Windows 10 Build 19044 installiert.

Da der virtuelle Rechner nur läuft, wenn er tatsächlich genutzt wird, muss der Shadow nach dem Öffnen der App hochgefahren werden. Das dauert meistens nur wenige Sekunden, in manchen Fällen jedoch knapp eine Minute. Beim Beenden des Streams wird der Nutzer benachrichtigt, dass der Shadow nach zehn Minuten heruntergefahren wird, sollte man sich nicht erneut anmelden. Bei längerer Inaktivität wird der Stream geschlossen. Shadow Cloud-GamingDer Cloud-Gaming-Dienst Shadow stellt einen vollwertigen Windows-PC bereit Während viele Game-Streaming-Anbieter ausschließlich Spiele in der Cloud anbieten und auf das Gerät des Nutzers übertragen, stellt Shadow eine vollwertige Windows-Oberfläche bereit. Daher müssen sämtliche Apps wie Steam selbst installiert werden. Die Titel müssen ganz normal erworben werden. Es handelt sich also um keine Spiele-Flatrate, sondern um einen virtuellen PC in der Cloud. Der Vorteil besteht darin, dass der Nutzer beliebige Anwendungen auf seinem Shadow nutzen kann. Somit kann der Dienst nicht nur für Spiele, sondern beispielsweise auch zum Bearbeiten von Videos verwendet werden.

Spiele in wenigen Minuten installiert

Der virtuelle PC ist an eine Gigabit-Leitung angebunden, sodass im Speedtest Downloadgeschwindigkeiten von etwa 985 Megabit pro Sekunde und Uploadgeschwindigkeiten von knapp 106 Mbit/s erreicht werden. Somit lassen sich Updates, Spiele, Videos und weitere Inhalte in kurzer Zeit herunterladen. In der Praxis wird die Datenrate häufig vom Server des entsprechenden Dienstes limitiert. Der Download eines Steam-Spiels erfolgte durchschnittlich mit 500 Mbit/s. Ein 30 Gigabyte großer Titel war also trotzdem in weniger als zehn Minuten installiert.

Den Nutzern stehen standardmäßig 256 Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung. Im Test konnten wir auf eine zusätzliche Partition mit weiteren 256 GByte an Speicher zugreifen. Für 2,99 Euro pro Monat kann der Platz in 256 GB-Schritten erweitert werden. Insgesamt sind maximal fünf Terabyte möglich. Wie gut Shadow in der Praxis funktioniert, hängt hauptsächlich von der eigenen Internetleitung ab. Sollen Inhalte mit hoher Auflösung, wenigen Artefakten und mit geringer Latenz gestreamt werden, sollten mindestens 30 bis 40 Mbit/s reserviert sein. Die Steuerung des virtuellen PCs ist allerdings auch dann noch gut möglich, wenn die Geschwindigkeit auf 10 Mbit/s reduziert wird.

Kurze Eingabeverzögerungen bei Spielen

Für Gamer spielt die Latenz zwischen lokalem Rechner und Shadow eine entscheidende Rolle. Da wir im Test eine DSL-Verbindung genutzt haben, lag die Latenz bei knapp 30 Millisekunden. Eine nennenswerte zusätzliche Verzögerung durch die App gab es nicht. Natürlich hat sich die Latenz entsprechend auf Reaktionstests ausgewirkt. Obwohl es zu einer von der genutzten Leitung abhängigen Eingabeverzögerung kommt, besteht in Online-Spielen der Vorteil, dass der Dienst selbst gut angebunden ist und die Latenzen zwischen Shadow und Multiplayer-Server im einstelligen Millisekundenbereich liegen.
Shadow Cloud-GamingReaktionstest auf einem lokalen PC Shadow Cloud-GamingReaktionstest auf dem Shadow-Server

Bedienung über die Smartphone-App möglich

Neben dem Desktop-Client steht auch eine Smartphone-App bereit, mit der sich der Shadow von unterwegs aus steuern lässt. Die Anwendung verfügt über einen virtuellen Controller, sodass sich auch Spiele streamen lassen. Der Controller wird jedoch nicht von allen Games erkannt und oftmals war ein Neustart der Verbindung nötig, damit die Steuerung korrekt funktioniert. Während die Übertragung im WLAN ähnlich gut wie am PC lief, waren die Latenzen im 4G-Netz zu hoch, um spielen zu können. Das könnte vor allem an einer zu dem Zeitpunkt hohen Netzauslastung gelegen haben. Zur mobilen Nutzung empfiehlt sich ein Endgerät mit 5G-Modem. Shadow Cloud-Gaming Der Shadow-Client besitzt in der Desktop-Version und in der Smartphone-App ein Options-Menü, in denen verschiedene Einstellungen konfiguriert werden können. Neben Codec-Änderungen, einer Farbverbesserung und der Begrenzung der Bildrate ist es möglich, die Audio-Qualität, das Übertragungs-Protokoll (TCP oder UDP) und die maximale Bitrate anzupassen. Standardmäßig wird eine sinnvolle maximale Bitrate automatisch festgelegt. Es sind Bitraten zwischen einem und 70 Megabit pro Sekunde möglich. USB-Geräte können bei einem niedrigen Ping direkt weitergeleitet werden, als wären sie physisch mit dem Server verbunden. Das erfordert die Installation eines Treibers.

Games laufen mit maximalen Grafikeinstellungen

Wir haben verschiedene Spiele wie "Biomutant", "Counter-Strike: Global Offensive", "Train Sim World 3" und "Minecraft" während des Tests ausprobiert. Alle Titel konnten ohne Probleme mit den maximalen Grafikeinstellungen gespielt werden. Beim Spielen ist es gelegentlich zu Mikrorucklern gekommen, die vor allem bei Shootern im falschen Moment zum Verhängnis werden könnten. Wer über eine Glasfaser-Anbindung verfügt, dürfte hier jedoch kaum Probleme bekommen. Die Kompatibilität mit VR-Brillen haben wir nicht getestet.

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Während das Standard-Abo monatlich mit 29,99 Euro zu Buche schlägt, wird für das Power-Upgrade ein zusätzlicher Preis in Höhe von 14,99 Euro pro Monat fällig. Wer ohnehin über eine Gigabit-Leitung verfügt und den Dienst nur zum Zocken am PC nutzen möchte, dürfte auf Dauer günstiger damit wegkommen, sich die entsprechende Hardware selbst anzuschaffen. Das Power-Upgrade dürfte sich allerdings lohnen, wenn die eigene Internetanbindung nicht so schnell ist, man auch unterwegs am Smartphone zocken möchte oder nicht mehrere tausend Euro für vergleichbare Komponenten ausgeben kann.

Siehe auch: Cloud-Gaming: Power-Upgrade von Shadow erscheint am 26. Oktober Spiele-Streaming, Cloud Gaming, Testbericht, Shadow Spiele-Streaming, Cloud Gaming, Testbericht, Shadow
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