Zeitung austragen wird teurer:
Print-Verlage fordern Steuergeld

In der Bundespolitik herrscht immer noch die Ansicht vor, dass richtige Presse-Erzeugnisse auf Papier gedruckt sind. Angesichts sinkender Auflagen erhöht der Bundesrat nun den Druck, hohe finanzielle Förderung in Zeitungen zu stecken.
Politik, Staat, Zeitung, Lupe
Insbesondere die Flächenländer befürchten eine Unterversorgung mit Presseerzeugnissen. Die Abo-Zahlen von Print-Zeitungen gehen immer weiter zurück, was an den Einnahmen nagt. Und mit dem steigenden Mindestlohn müssen die Verlage ab Oktober auch noch die Zusteller besser bezahlen. Daher werden nun die Rufe lauter, dass die Verbreitung von staatlicher Seite gestützt wird, wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur DPA hervorgeht.

Im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung steht dazu auch: "Wir wollen die flächendeckende Versorgung mit periodischen Presseerzeugnissen gewährleisten und prüfen, welche Fördermöglichkeiten dazu geeignet sind." Allerdings gibt es bisher keine weitergehenden Äußerungen, ob diese Prüfung schon eingeleitet wurde und welche Ideen man dazu hat.

Online-Projekte bekommen nichts

Die Haltung von Branchenverbänden wie Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) und der Medienverband der freien Presse (MVFP) ist dabei klar: "Es handelt sich um eine systemrelevante Infrastruktur für die Demokratie", heißt es, weshalb man Unterstützung aus Steuermitteln sehen will. Unterstützung gibt es nun vom Bundesrat, der zumindest die Zustellungs-Förderung sehen will.

Kaum Unterstützung bekommen hingegen die ebenfalls vielfach anzutreffenden Projekte, bei denen Lokaljournalismus sich unabhängig von den etablierten Verlagskonzernen im Netz neu erfindet. Hier gibt es nahezu in jeder Region Publikationen, die mit Blogs, Online-Magazinen, auf YouTube und Social Media-Plattformen vom Geschehen vor Ort berichten. Und die großen Pressepublikationen bekommen auch die Bürger auf dem Land bequem online angeliefert.

Siehe auch: Gerichtsposse in Berlin: Online-Portal ist Presse, wenn es sich ausdruckt
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