Deutsche knacken RSA-Verschlüsselung mit 576 Bit
Moderne mathematische Verschlüsselungsverfahren beruhen auf der Schwierigkeit,
große Zahlen in ihre Primfaktoren zu zerlegen.
Denn was bei "21 = 7 mal 3" noch jeder Drittklässler problemlos schafft, wird
bei genügend großen Zahlen fast unmöglich. Die Schlüssel sind dabei heute meist
1024 Bit groß - "das heißt, als Binärzahl aus Nullen und Einsen geschrieben
hätten sie eine Länge von 1024 Ziffern", erklärt Marc Alexander Schweitzer vom
Institut für Numerische Simulation. Professor Jens Franke und Thorsten Kleinjung
vom Mathematischen Institut der Universität Bonn gelang es nun einen
576-Bit-Schlüssel zu knacken. Damit handelt es sich um das größte Zahlenungetüm,
das bislang in seine Primfaktoren zerlegt wurde.
Der Clou: Franke und Kleinjung nutzten für ihre Berechnungen keineswegs
Supercomputer, sondern einen Verbund von handelsüblichen Rechnern, die nach
einer ausgeklügelten Methode Hand in Hand arbeiteten. Jeder Einzelcomputer
suchte dabei parallel nach der Lösung eines Teilaspektes. Konstruiert wurde der
Highspeed-Rechner mit dem Namen "parnass2" am neu gegründeten Uni-Institut für
Numerische Simulation unter Leitung von Professor Michael Griebel. Parnass2
gehörte 1999 weltweit zu den 500 schnellsten Computern.
Bei ihrem Rekord kooperierten die Wissenschaftler mit dem Centrum voor
Wiskunde en Informatica in den Niederlanden sowie dem Bundesamt für Sicherheit
in der Informationstechnik (BSI). Als nächstes wollen die Bonner Mathematiker
nun RSA-640 "tranchieren" - ein Ziel, das sie im Laufe des Jahres zu erreichen
hoffen. Die Faktorisierung von RSA-2048, der größten durch RSA Security
veröffentlichten Zahl, wird wohl noch ein paar Jahrzehnte auf sich warten
lassen. Dem Sieger winkt dann das erkleckliche Sümmchen von 200 000 Dollar.
weiter in der Original-News auf www.testticker.de
Bedenken Sie bevor Sie einen Kommentar schreiben, dass Kommentare nur im unmittelbaren Zusammenhang mit der News stehen sollen - für andere Sachen ist das Forum da - WinFuture.de behält sich vor, unpassende Kommentare zu löschen und im Wiederholungsfall oder bei verbalen Entgleisungen dem WinFuture-Gast ggf. die Kommentarrechte, temporär oder auf Dauer zu entziehen!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen