Google Dynamic World: Echtzeit-Beobachtung jedes Hektars der Erde

Satellitendaten, die Jahre alt sind? Ein Projekt von Google soll diese Zeiten vergessen machen. Mit Dynamic World will das Unternehmen Kartenmaterial bereitstellen, das nahezu in Echtzeit Veränderungen auf dem Globus aufzeigen soll. Damit löst man ein historisches Problem.

Unsere Umwelt befindet sich im ständigen Wandel, Google will ihn zeigen können

Welche Veränderungen passieren auf der Oberfläche der Welt? Diese Frage so präzise wie möglich beantworten zu können, ist für viele Bereiche von entscheidender Bedeutung. Google verkündet jetzt selbstbewusst, einen historischen Fortschritt bei der Darstellung der Veränderung der Umwelt erreicht zu haben. Bei dem Project Dynamic World, das zusammen mit dem World Resources Institute (WRI) entwickelt wurde, handelt es sich um eine sogenannte Bodenbedeckungskarte, die kategorisiert, wie groß der Anteil der verschiedenen Land- und Wassertypen in einer Region ist.

Sentinel-2-Satellitenbilder (links) und Dynamic World-Datensatz (rechts) zeigen typische saisonale Veränderungen
Sentinel-2-Satellitenbilder (links) und Dynamic World-Datensatz (rechts) zeigen typische saisonale Veränderungen

"In der Vergangenheit war es schwierig, an detaillierte, aktuelle Daten zur Bodenbedeckung zu gelangen", so das Unternehmen in seinem Beitrag zur Vorstellung des Projekts. Dazu kommt ein weiteres Problem: die meisten der aktuell bestehenden Datensätze weisen Gebieten nur sehr grobe einen Bodenbedeutungstyp zu. Städte werden so beispielsweise einheitlich als Bebauung klassifiziert. "Aber besuchen Sie eine beliebige Stadt und es ist ganz klar zu erkennen, dass unsere Welt viel dynamischer ist", so die Entwickler.

Google Dynamic WorldGoogle Dynamic WorldGoogle Dynamic WorldGoogle Dynamic World
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Als Basis für die Bemühungen wurden zunächst vom WRI die neun wichtigsten Bodenbedeckungstypen identifiziert: Wasser, überschwemmte Vegetation, bebaute Gebiete, Bäume, Feldfrüchte, nackter Boden, Gras, Sträucher/Gebüsch und Schnee/Eis. Auf dieser Basis lässt Google dann ein KI-Modell die Daten der Copernicus Sentinel-2-Satelliten aufwerten. Täglich werden so laut Google über 5.000 Dynamic World-Bilder erstellt. Damit stehe Daten zur Bodenbedeckung bereit, die "bis Juni 2015 zurückreichen und nicht älter als zwei Tage sind."

Für bessere Forschung und Entscheidungsfindung

Google stellt Dynamic World als offener, frei verfügbarer Datensatz bereit und ruft Wissenschaftler, Forscher, Regierungen und Unternehmen dazu auf, diesen zu nutzen. "Diese Detailgenauigkeit ermöglicht es Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern, das Ausmaß der jüngsten Ereignisse überall auf der Welt - wie Schneestürme, Waldbrände oder Vulkanausbrüche - innerhalb weniger Tage zu erkennen und zu quantifizieren", so das Team stolz.

Wechsel von Bäumen (grün) zu Sträuchern und Büschen (gelb), Tage nach einem Waldbrand
Wechsel von Bäumen (grün) zu Sträuchern und Büschen (gelb), Tage nach einem Waldbrand

Craig Hanson, Vizepräsident für Ernährung, Wälder, Wasser und Ozean beim World Resources Institute, verdeutlicht dazu einen weiteren wichtigen Nutzen der Dynamic World-Daten: "Die globale Landknappheit zwingt uns, intelligentere, effizientere und nachhaltigere Wege der Landnutzung zu finden." Dafür brauche man verlässliche Beobachtungsdaten zu "jedem Hektar auf unserem Planeten, und zwar nahezu in Echtzeit."

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