Kein Huawei-Embargo: So viel US-Technik steckt in Honor-Smartphones

Die frühere Tochter-Marke Honor ist mittlerweile von Huawei unabhängig und kann deshalb uneingeschränkt auf Smartphone-Teile setzen, die von US-Zulieferern kommen. Dass dem so ist, zeigt jetzt ein Teardown, laut dem der Anteil, den US-Firmen an Honor-Smartphones verdienen, stark gestiegen ist.
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Huawei / WinFuture
Der japanische Wirtschaftsdienst Nikkei Asia ließ ein Smartphone vom Typ Honor X30, das seit dem Dezember 2021 in China vertrieben wird, von dem Research-Spezialisten Fomalhaut Techno Solutions untersuchen, um zu ermitteln, wie groß der Anteil an Chips und anderen Bauteilen von US-Hersteller in den aktuellen Honor-Smartphones ist.

Dabei fand man heraus, dass rund 39 Prozent der Kosten auf dem sogenannten "Bill of Materials" des Honor X30 für Chips und andere Komponenten von US-Herstellern anfallen. Man zerlegte dazu das Honor X30 in seine Einzelteile, fand heraus, welche Teile verbaut sind und prüfte dann, welche Kosten für jede Komponente fällig werden.

Honor nicht von US-Embargo betroffen

Seit sich Honor von Huwaei gelöst hat, ist der Anteil der Teile von US-Herstellern massiv gestiegen. Beim Honor 30S, das noch aus der Produktion von Huawei stammte und somit direkt von dem gegen den früheren Mutterkonzern von Honor verhängten US-Embargo betroffen ist, lag der Kostenanteil noch bei nur rund 10 Prozent.

Die Gründe für den Anstieg liegen natürlich darin, dass Honor bisher nicht von Handelseinschränkungen der US-Regierung betroffen ist. Dadurch kann das Unternehmen sich frei am Markt bedienen und auch Komponenten einkaufen und verbauen, die mit Hilfe von US-Technologie gefertigt und entwickelt wurden oder sogar von US-Herstellern kommen.

Wechsel zu Qualcomm-SoC lässt Kostenanteil von US-Herstellern steigen

Den Löwenanteil macht im Fall des Honor X30 der hier verwendete Qualcomm-SoC aus, den der US-Konzern aus San Diego beisteuert. Beim Vorgängermodell Honor 30S war noch eine "alte" Huawei-eigene Plattform im Einsatz. Auch das im SoC integrierte 5G-Modem stammt von Qualcomm. Hinzu kommen Power-Management- und andere Chips, die von Qualcomm und dem US-Hersteller Qorvo zugeliefert werden. Auch der Speicher stammt von einem amerikanischen Hersteller, denn sowohl der Flash-Speicher als auch das RAM des Honor X30 kommen von Micron.

Im Grunde ist es also vor allem die Umstellung auf eine Qualcomm-Plattform und der Wechsel des Speicherzulieferers, wodurch der Anteil an US-Hardware in aktuellen Honor-Geräten deutlich gestiegen ist. Allerdings ist anzumerken, dass es sich dabei jeweils nur um einzelne Komponenten handelt, auch wenn diese sicherlich besonders wichtig sind.
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