Amazon: Unlautere Methoden bei der Prime-Werbung sind gewollt
Beim Handelskonzern Amazon war man sich dessen bewusst, dass man Nutzer mit sehr zweifelhaften Methoden dazu bringt, Abos für Prime-Mitgliedschaften abzuschließen. Das zeigen interne Schriftwechsel, die im Zuge eines Verfahrens öffentlich wurden.
Spätestens seit dem Jahr 2017 ist man sich innerhalb des Unternehmens darüber bewusst, dass die Werbung für eine Prime-Mitgliedschaft irreführend sein könnte und Nutzer mit unlauteren Tricks zu einem Abschluss gebracht werden. Denn wie aus den Unterlagen, die dem Magazin Business Insider vorliegen, hervorgeht, wurde das Thema zu dieser Zeit unter den verantwortlichen Managern diskutiert.
Bei den Tricks handelt es sich um Design-Entscheidungen, die Kunden zu ungewollten Handlungen verleiten, und vage Offerten, hieß es. So genügte im Kassen-Bereich ein Klick aus, um in einer 30-tätigen Testphase zu landen, die erst einmal noch kostenlos war. Wenn man dann aber nicht kündigte, folgte automatisch eine kostenpflichtige Mitgliedschaft.
Unter den Mitarbeitern, die für den Bereich zuständig waren, wurden gemäß der Unterlagen aber auch Befürchtungen geäußert, dass man Probleme mit der Handelsbehörde FTC bekommen könnte. Zu Recht, wie sich nun zeigt. Die Behörde ist seit längerer Zeit an der Sache dran, weil sie entsprechende Beschwerden von Amazon-Kunden bekam. Als es seitens der Behörde Nachfragen gab, setzten sich auch Anwälte aus der Rechtsabteilung Amazons mit dem Prime-Team zusammen. Konkrete Änderungen ergab das aber ebenfalls nicht und die Sache ist auch weiterhin Gegenstand von Ermittlungen der FTC gegen Amazon.
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Bei den Tricks handelt es sich um Design-Entscheidungen, die Kunden zu ungewollten Handlungen verleiten, und vage Offerten, hieß es. So genügte im Kassen-Bereich ein Klick aus, um in einer 30-tätigen Testphase zu landen, die erst einmal noch kostenlos war. Wenn man dann aber nicht kündigte, folgte automatisch eine kostenpflichtige Mitgliedschaft.
Hauptsache nicht weniger Abschlüsse
Die Folge dessen waren erst einmal natürlich Beschwerden von Nutzern, die sich hinters Licht geführt fühlten. Intern wurde besprochen, wie man mit dem Thema umgehen soll. Letztlich entschied man sich aber dafür, keine Änderungen vorzunehmen. Denn Tests mit etwas anderen Kundenansprachen führten jeweils direkt dazu, dass die Zahl der neuen Prime-Mitgliedschaften zurückging, woraufhin diese stets von den zuständigen Managern abgelehnt wurden.Unter den Mitarbeitern, die für den Bereich zuständig waren, wurden gemäß der Unterlagen aber auch Befürchtungen geäußert, dass man Probleme mit der Handelsbehörde FTC bekommen könnte. Zu Recht, wie sich nun zeigt. Die Behörde ist seit längerer Zeit an der Sache dran, weil sie entsprechende Beschwerden von Amazon-Kunden bekam. Als es seitens der Behörde Nachfragen gab, setzten sich auch Anwälte aus der Rechtsabteilung Amazons mit dem Prime-Team zusammen. Konkrete Änderungen ergab das aber ebenfalls nicht und die Sache ist auch weiterhin Gegenstand von Ermittlungen der FTC gegen Amazon.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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