Klarheit zur ISS: NASA und Roskosmos arbeiten trotz des Krieges weiter

Zumindest hinsichtlich der Internationalen Raumstation ISS gibt es jetzt erst einmal Klarheit: Trotz des Angriffs auf die Ukraine und umfassenden Sanktionen gegen Russland, wird die Zusammenarbeit zum Betrieb der Station wie bisher weitergehen.
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Die ISS ist hauptsächlich eine Kooperation zwischen den USA und Russland, wobei die russische Raumfahrt-Agentur Roskosmos sogar den größeren Anteil hält und zuletzt auch wesentlich für die wichtigsten Betriebs-Arbeiten zuständig war. Insofern ist die Verständigung beider Seiten in dem Bereich eine sehr wichtige Sache. Die letzten Tage haben hier aber wohl auch mehr Klarheit gebracht.

"Die NASA arbeitet weiterhin mit allen internationalen Partnern, einschließlich des staatlichen Raumfahrtunternehmens Roskosmos, zusammen, um den sicheren Betrieb der Internationalen Raumstation zu gewährleisten. Die neuen Exportkontrollmaßnahmen werden weiterhin eine zivile amerikanisch-russische Zusammenarbeit in der Raumfahrt ermöglichen. Es sind keine Änderungen an der Unterstützung der Agentur für den laufenden Betrieb in der Umlaufbahn und der Bodenstation geplant", teilte die NASA heute in einer Erklärung mit, die der Sprecher der Agentur, Joshua Finch, an Space.com schickte.

Cygnus kann einspringen

Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin hatte zuvor öffentlich die Frage aufgeworfen, wie die ISS vor einem Absturz bewahrt werden solle, wenn eine Zusammenarbeit zwischen seiner Organisation und der NASA nicht mehr stattfindet. Denn ohne eine Koordination zwischen den Partnern wäre das ein nicht auszuschließendes Szenario. Allerdings ist daran natürlich keinem Beteiligten gelegen und inzwischen scheint es hier direkte Kontakte gegeben zu haben.

Die ISS fliegt in einer relativ niedrigen Umlaufbahn um die Erde, in der es auch noch sehr geringe Überreste der Atmosphäre gibt. Diese sind aber noch stark genug, um die Station stetig in geringem Maße abzubremsen. Daher benötigt die Raumstation immer wieder etwas Schub, mit dem der Geschwindigkeitsverlust, der automatisch mit einer niedriger werdenden Umlaufbahn verbunden ist, ausgeglichen wird.

Da die ISS nicht über ein eigenes Triebwerk verfügt, übernahmen diese Aufgabe in der letzten Zeit vor allem die russischen Progress-Transportschiffe. Wenn diese angedockt waren, zündeten sie ihre Triebwerke und beschleunigten so die gesamte Struktur. Die Abhängigkeit von den Progress-Frachtern wird sich allerdings reduzieren, da auch die neuen Cygnus-Schiffe, die Northrop Grumman für die NASA baut, diese Aufgabe übernehmen können. Das erste Schiff, das für die Booster-Aktionen freigegeben ist, hat erst vor wenigen Tagen an der ISS angedockt.

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