Einsame Wanderer: Planeten ohne Sonne gibt es offenbar in großer Zahl

Planeten, die um andere Sonnen kreisen, sind längst als Normalität anerkannt. Nun allerdings sorgen Forscher mit der Entdeckung für Aufsehen, dass auch Planeten ohne Sonne wohl keine Ausnahme im Universum darstellen.
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Ein neues Paper, das im Fachblatt Nature Astronomy veröffentlicht wurde, berichtet von insgesamt mindestens 70 Planeten, die kürzlich entdeckt wurden. Allesamt haben sie gemeinsam, dass sie nicht um einen Stern kreisen, sondern für sich allein durch den Weltraum wandern. Allein schon die Tatsache, dass die Forscher sie überhaupt gefunden haben, ist bereits eine Sensation.

Denn es hat lange gedauert, überhaupt Planeten in Orbits um Sterne nachzuweisen und zu beobachten. Dies ist im Grunde nur indirekt möglich - durch Helligkeitsänderungen oder Gravitations-Wechselwirkungen. Es gibt nur extreme Ausnahmefälle, in denen man einen Exoplaneten direkt mit einem Teleskop sehen kann, denn diese Himmelskörper sind schlicht zu klein und strahlen kein eigenes Licht ab.

Massenhaft Daten ausgewertet

Daher bedurfte die Entdeckung der sternenlosen Planeten auch besonderer Umstände. Gefunden wurden sie in einer Region zwischen den Sternbildern Schlangenträger und Skorpion. Dabei handelt es sich um ein relativ nahegelegenes Sternen-Entstehungsgebiet, vor dessen Hintergrund die Exoplaneten doch sichtbar werden können. Die Astronomen zogen zehntausende Aufnahmen heran, die mit den Teleskopen des European Southern Observatory (ESO) in Chile angefertigt wurden. Insgesamt wurden so hunderte Stunden Beobachtungszeit und mehrere Terabyte Daten ausgewertet.

So kam man dann gleich vielen Planeten auf die Spur, die allesamt etwa das Format unseres Jupiters haben - es sind also Gasriesen. Die große Frage ist nun, woher sie überhaupt kommen. Hierzu gibt es im Grunde zwei Thesen: Entweder sie sind so entstanden, wie man es bisher von Planeten kennt - also als Nebenprodukt eines Sterns. Dann müsste es recht häufig vorkommen, dass Planeten aus ihren Systemen gerissen werden. Die zweite Möglichkeit besteht darin, dass sich hier Gaswolken verdichtet haben, es aber nicht genug Material war, damit es letztlich zur Zündung der Kernfusion und der Entstehung eines neuen Sterns kommt.

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