Facebook intern: Zehntausende Dokumente an SEC und Presse geleakt
Die jüngsten Vorwürfe gegen den Social Media-Konzern Facebook sind nur die Spitze eines gigantischen Eisberges. Eine Whistleblowerin enthüllte nun ihre Identität, nachdem sie umfangreiche weitere Unterlagen an Behörden und Presse übergab.
Hierzulande schlug vor allem eine interne Untersuchung Wellen, nach der Facebook-intern völlige Klarheit darüber herrscht, dass Instagram insbesondere auf minderjährige Frauen einen signifikant negativen Einfluss hat. Jetzt trat die Quelle, aus der die Öffentlichkeit davon erfuhr, aus dem Schatten: Frances Haugen, eine ehemalige Produktmanagerin Facebooks, hat noch deutlich mehr Unterlagen dieser Art aus dem Konzern herausgeholt.
"Bei Facebook war ich immer wieder mit Interessenkonflikten konfrontiert, zwischen dem, was gut für die Allgemeinheit ist, und dem, was gut für Facebook ist", erklärte sie in einem Interview mit CBS News. Facebook habe bei solchen Konflikten stets im eigenen Sinne entschieden, sei es um mehr Geld zu verdienen oder aus anderen Beweggründen.
Die von Haugen zusammengetragenen Unterlagen umfassen mehrere zehntausend Seiten. Auf dieser Basis hat sie inzwischen acht Anzeigen bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Denn wenn man sich im Facebook-Management darüber bewusst ist, dass die eigenen Produkte schädlich für die Gesellschaft sind, muss diese Tatsache auch gegenüber den Aktionären kommuniziert werden - denn dies stellt ein signifikantes Investitionsrisiko dar.
Facebook reagierte auf die jüngsten Entwicklungen mit einer Stellungnahme, nach der die Darstellung schlicht einseitig sei. Der große Aufwand, den das Unternehmen für die Erforschung der Problemfelder und die Suche nach geeigneten Lösungen auf sich nähme, würde in den Vorwürfen überhaupt nicht berücksichtigt, hieß es. Weiter ging man noch nicht ins Detail, allerdings dürfte der Auftritt Haugens ohnehin erst den Anfang einer tiefergehenden Auseinandersetzung mit dem Thema markieren.
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"Bei Facebook war ich immer wieder mit Interessenkonflikten konfrontiert, zwischen dem, was gut für die Allgemeinheit ist, und dem, was gut für Facebook ist", erklärte sie in einem Interview mit CBS News. Facebook habe bei solchen Konflikten stets im eigenen Sinne entschieden, sei es um mehr Geld zu verdienen oder aus anderen Beweggründen.
Die von Haugen zusammengetragenen Unterlagen umfassen mehrere zehntausend Seiten. Auf dieser Basis hat sie inzwischen acht Anzeigen bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Denn wenn man sich im Facebook-Management darüber bewusst ist, dass die eigenen Produkte schädlich für die Gesellschaft sind, muss diese Tatsache auch gegenüber den Aktionären kommuniziert werden - denn dies stellt ein signifikantes Investitionsrisiko dar.
So schlimm war es nirgendwo
Allerdings stellt dies nur einen Aspekt dessen dar, wie die ganze Sache aufgearbeitet werden kann. "Ich habe schon eine Reihe von Social Networks miterlebt, bei Facebook war es aber substanziell schlimmer als bei allen anderen", erklärte Haugen. Das habe sie letztlich erwogen, die Sache systematisch anzugehen und ausreichend Dokumente zusammenzutragen, die ihre Eindrücke untermauern. Sie sei durchaus davon überzeugt, dass Mark Zuckerberg nie eine Plattform aufbauen wollte, die Hass und Spaltung in die Gesellschaft trägt - er habe aber zugelassen, dass im Konzern Entscheidungen getroffen werden, durch die entsprechende Inhalte mehr Reichweite bekommen, da sie zu höheren Interaktionsraten und damit Einnahmen für das Unternehmen führen.Facebook reagierte auf die jüngsten Entwicklungen mit einer Stellungnahme, nach der die Darstellung schlicht einseitig sei. Der große Aufwand, den das Unternehmen für die Erforschung der Problemfelder und die Suche nach geeigneten Lösungen auf sich nähme, würde in den Vorwürfen überhaupt nicht berücksichtigt, hieß es. Weiter ging man noch nicht ins Detail, allerdings dürfte der Auftritt Haugens ohnehin erst den Anfang einer tiefergehenden Auseinandersetzung mit dem Thema markieren.
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