ISS in Schieflage: Neues Modul zündet unkontrolliert die Triebwerke
Die Internationale Raumstation ISS hat nach ziemlich langer Zeit ein komplett neues Modul erhalten. Der neue Anbau brachte die Station aber erst einmal ordentlich in Gefahr, als die Triebwerke plötzlich unkontrolliert feuerten.
In den letzten Jahren ging in der Raumfahrt vieles ziemlich glatt. Allerdings handelt es sich bei keinem Projekt in dem Bereich um Routine, so dass früher oder später immer mit Problemen zu rechnen ist. Das zeigte sich jetzt, als das neue russische Modul Nauka an die ISS angedockt werden sollte. Dieses hatte bereits beim Anflug Schwierigkeiten gemacht, als das Haupttriebwerk zeitweise ausfiel.
Letztlich klappte das Andockmanöver aber und es hätte alles gut sein können. Als aber nach drei Stunden die Schleuse zu dem neuen Forschungslabor geöffnet wurde, zündeten plötzlich dessen Triebwerke. Infolgedessen begann die 450 Tonnen schwere Raumstation zu "kippen" und kam schließlich in eine Position, in der sie 45 Grad von der planmäßigen Lage im Raum abwich. Das kann zu weitergehenden Schwierigkeiten führen, wenn das ganze Gebilde beispielsweise zügig einem Stück Weltraumschrott ausweichen und dafür in einen anderen Orbit navigieren muss. Infografik: Woher kommen die Besucher der ISS?
Eine unmittelbare Gefahr für die Besatzung habe es erst einmal nicht gegeben, hieß es. Allerdings bleibt das ungewollte Manöver auch nicht folgenlos. So muss jetzt erst einmal überprüft werden, ob es an irgendeiner Stelle Schäden an der Struktur der Station gegeben hat, die später zu Schwierigkeiten führen könnten. Immerhin wirken beachtliche Kräfte, wenn eine solche Masse wie die ISS bewegt wird. Im Zuge dessen dürfte der Testflug des neuen Starliner-Raumschiffs von Boeing wahrscheinlich verschoben werden.
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Letztlich klappte das Andockmanöver aber und es hätte alles gut sein können. Als aber nach drei Stunden die Schleuse zu dem neuen Forschungslabor geöffnet wurde, zündeten plötzlich dessen Triebwerke. Infolgedessen begann die 450 Tonnen schwere Raumstation zu "kippen" und kam schließlich in eine Position, in der sie 45 Grad von der planmäßigen Lage im Raum abwich. Das kann zu weitergehenden Schwierigkeiten führen, wenn das ganze Gebilde beispielsweise zügig einem Stück Weltraumschrott ausweichen und dafür in einen anderen Orbit navigieren muss. Infografik: Woher kommen die Besucher der ISS?
Zwischenfall hat Folgen
Um dem plötzlichen Schub aus den Nauka-Triebwerken entgegenzuwirken, wurden mehrere andere Lage-Düsen und das Triebwerk eines russischen Versorgungsschiffs gezündet. Dies brachte die ISS erst einmal wieder in eine kontrollierbare Lage zurück. Beim Überflug über Russland sollten sich die dortigen Techniker am Boden dann darum kümmern, das neue Modul wieder in den Griff zu bekommen.Eine unmittelbare Gefahr für die Besatzung habe es erst einmal nicht gegeben, hieß es. Allerdings bleibt das ungewollte Manöver auch nicht folgenlos. So muss jetzt erst einmal überprüft werden, ob es an irgendeiner Stelle Schäden an der Struktur der Station gegeben hat, die später zu Schwierigkeiten führen könnten. Immerhin wirken beachtliche Kräfte, wenn eine solche Masse wie die ISS bewegt wird. Im Zuge dessen dürfte der Testflug des neuen Starliner-Raumschiffs von Boeing wahrscheinlich verschoben werden.
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