Kosmonauten finden neue Alters-Risse im Sarja-Modul der ISS

Die Internationale Raumstation ISS kommt merklich in ihre alten Tage. Die russischen Kosmonauten der aktuellen Besatzung haben jetzt neue Risse in einem Modul gefunden. Für die verantwortlichen Ingenieure ist dies keine besonders gute Nachricht. "An einigen Stellen im Sarja-Modul sind einige oberflächliche Risse gefunden worden", erklärte Vladimir Solovyov, Chef-Ingenieur des russischen Raumfahrtkonzerns Energia, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. "Das ist schlecht und deutet darauf hin, dass die Risse sich über die Zeit auszubreiten beginnen."

Welchen Umfang das Problem aktuell hat, wurde nicht näher ausgeführt. Es ist also nicht klar, ob man es hier bereits mit einem Leck zu tun hat - was aber scheinbar nicht der Fall ist. Allerdings wird auch durch kleinere Risse die Struktur der Hülle insgesamt geschwächt, so dass es hier zu weitergehenden Problemen kommen wird. Die Module der ISSDie Module der ISS

Mit Sarja ging es los

Sarja, das auch als Lager- und Funktionsmodul FGB bezeichnet wird, ist das älteste Modul der ISS. Es wurde formal von den USA beigesteuert, die aufgrund geringer Erfahrungen mit Raumstationen allerdings ein russisches Unternehmen mit Entwicklung und Bau beauftragten. Der Start dieser Komponente erfolgte Ende November 1998. Ausgehend davon kamen dann alle anderen Module dazu, die das heutige Bild der ISS ausmachen. Sollte Sarja immer weitere Probleme bekommen, wäre dies aber sicherlich zu verschmerzen, da es sich trotz seiner Geschichte nicht um den Mittelpunkt der Station handelt.

Es ist nicht das erste Mal, dass vor allem die älteren Module der Raumstation langsam Ausfallerscheinungen zeigen. Es ist absehbar, dass die Probleme sich immer weiter häufen - bis zu einem Punkt, an dem ein weiterer Betrieb der Station mehr Aufwand als Nutzen bringt. Daher ist es fraglich, ob die ISS über das Jahr 2025 hinaus weitergeführt wird - allerdings gibt es aktuell auch noch nicht einmal konkretere Planungen für einen Ersatz.

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