Honeypot: FBI jubelte Kriminellen manipulierte Pixel-Smartphones unter

Nachdem das FBI und diverse Strafverfolgungsbehörden in aller Welt zahlreiche Festnahmen meldeten, die auf eine höchst erfolgreiche Honeypot-Aktion mit abgehörten Smartphones zurückgehen, gelangen jetzt immer mehr Details dazu ans Licht.
Usa, Fbi, Federal Bureau of Investigation
FBI
Wie das US-Magazin Motherboard berichtet, handelt es sich bei den rund 11.800 Smartphones, die das FBI im Rahmen einer als Service für sichere und anonyme Kommunikation getarnten Honeypot-Aktion an diverse mutmaßliche Straftäter verkaufte, nur um sie dann mit Hilfe der über die Geräte gesammelten Informationen zu illegalen Machenschaften dingfest zu machen, um Google Pixel-Smartphones.

In den meisten Fällen jubelte man den Zielpersonen ein Google Pixel 3a oder Pixel 4a unter, wobei es sich jeweils um die günstigeren Google-Smartphones der letzten zwei Jahre handelt. Statt einem normalen Android-Betriebssystem war darauf aber ein als "ArcaneOS" bezeichnetes ROM installiert, das im Grunde nur oberflächlich wie ein normales Android aussieht.

Gut getarnt als vertrauenswürdiger Anbieter verschlüsselter Kommunikation

Meldet man sich nach dem Start auf einem solchen Gerät mit einer "normalen" PIN an, wird eine Android-Oberfläche geladen, die zwar eine Vielzahl von Symbolen bekannter Apps anzeigt, bei der sich jedoch keines der Programme wirklich starten lässt. Mit einer speziellen zweiten PIN hingegen wird ebenfalls ein Android-Interface geladen, doch dieses bietet lediglich Zugriff auf die Uhr und einige wenige weitere Symbole.

Tippt man dann aber das Uhr-Icon an, öffnet sich nicht etwa wie erwartet die Zeitanzeige. Stattdessen startet ein "Anom" genannter Messenger, der dem Nutzer angeblich eine sichere Kommunikation ermöglichen soll. Tatsächlich aber zeichnete dieser Messenger alle Eingaben auf, denn dahinter steckte niemand anders als die US-Bundespolizei FBI.

Die Pixel-Smartphones, die im Rahmen der Aktion verwendet wurden, entsprechen äußerlich ganz normalen Geräten. Allerdings ist das modifizierte ROM installiert und es wurde durch einen gesperrten Bootloader verhindert, dass man mit wenig Aufwand wieder Stock-Firmware installieren konnte.

Weil das FBI vor einigen Monaten begann, reihenweise Straftäter festzunehmen, die die gehackten Pixel-Smartphones verwendeten, versuchten manche Besitzer solcher Geräte, sie schnell loszuwerden. Auf diesem Weg landeten einige der Geräte auch auf eBay und anderen Online-Plattformen, wo sie für wenig Geld verscherbelt wurden. Zwar erhielten die Käufer dabei nicht das erhoffte günstige Google-Smartphone, sie sind aber nun im Besitz von Hardware, die Teil einer der erfolgreichsten Honeypot-Aktionen der Geschichte sind.
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