Lösung für altes Rätsel? Die Sonne ist wegen "Lagerfeuern" so heiß
Warum herrscht zwischen der Sonnenoberfläche und ihrer Atmosphäre ein Temperaturunterschied von einer Million Grad? Der durchdringende Blick des Solar Orbiter kann das alte Rätsel um die ultra-heiße Sonnenkorona jetzt wohl etwas lüften.
Schon länger wird vermutet, dass Strahlungsausbrüche als Hitzemotor für die 1-1,6 Millionen Grad heiße Korona infrage kommen könnten. Hier reicht die beobachtete Anzahl dieser Phänomene bisher aber nicht als treibende Kraft aus. Und genau hier liefert der Solar Orbiter eine Detailschärfe, die einen ganz neuen Blick erlaubt. Die Entdeckung: Die Sonne ist neben gewaltigen Ausbrüchen übersät mit winzigen, hell aufblitzenden Bereichen, die die Forscher "Lagerfeuer" tauften. "Größere Strahlungsausbrüche dieser Art kennen wir bereits aus den Messdaten anderer Raumsonden", sagt Udo Schühle, verantwortlicher Forscher des für die Entdeckung genutzten Instruments Extreme-Ultraviolet Imager. "Die kleinsten haben wir nun zum ersten Mal gesehen", so der Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.

Zehn Instrumente liefern spektakuläre Eindrücke der Sonne
Im nächsten Schritt gilt es jetzt, die physikalischen Prozesse zu beleuchten, die dem Phänomen zugrunde liegen - die Forscher glauben bisher an einen großen Prozess, an dem verschiedene Wellenphänomene, sogenannte Spikulen, magnetische Prozesse und Strahlungsausbrüche beteiligt sind. Im nächsten Schritt werden die jetzt gewonnenen Ergebnisse in eine komplexe Simulation der Sonnenatmosphäre eingebettet.
Der Solar Orbiter macht schon vor seinem Dienst sensationelle Entdeckungen
Schon kurz nach dem Start seiner einzigartigen Mission hatte der Solar Orbiter spektakuläre Aufnahmen von unserem Zentralgestirn angefertigt, die uns einen bisher nie dagewesenen Blick auf Details erlauben. Aktuell befindet sich die Sonde eigentlich immer noch in ihrem Transitorbit zu einer stark ellipsenförmigen Umlaufbahn um die Sonne - ist, wie Forscher der Max-Plank-Gesselschaft schreiben, also eigentlich noch gar nicht im Dienst. Doch 50 Aufnahmen, die während der technischen Inbetriebnahme der Instrumente im letzten Jahr angefertigt worden waren, liefern schon jetzt Lösungs-Hinweise für das Rätsel der heißen Sonnen-Atmosphäre.
Schon länger wird vermutet, dass Strahlungsausbrüche als Hitzemotor für die 1-1,6 Millionen Grad heiße Korona infrage kommen könnten. Hier reicht die beobachtete Anzahl dieser Phänomene bisher aber nicht als treibende Kraft aus. Und genau hier liefert der Solar Orbiter eine Detailschärfe, die einen ganz neuen Blick erlaubt. Die Entdeckung: Die Sonne ist neben gewaltigen Ausbrüchen übersät mit winzigen, hell aufblitzenden Bereichen, die die Forscher "Lagerfeuer" tauften. "Größere Strahlungsausbrüche dieser Art kennen wir bereits aus den Messdaten anderer Raumsonden", sagt Udo Schühle, verantwortlicher Forscher des für die Entdeckung genutzten Instruments Extreme-Ultraviolet Imager. "Die kleinsten haben wir nun zum ersten Mal gesehen", so der Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.
Ganz genau hingeschaut
Auf Basis der Daten von 1500 solcher "Lagerfeuer" konnte dann ein Team von der Königlichen Sternwarte von Belgien "die bisher umfassendste Charakterisierung des Phänomens" vornehmen. Eines der Ergebnisse: bei Ausbruchszeiten von wenigen Minuten "erreichen sie Temperaturen von mehr als einer Million Grad. Viele haben eine längliche, gebogene Form", sagt Max-Planck-Forscher Luca Teriaca. "Wie wir jetzt sehen, kommen die kleinsten, bisher unentdeckten Strahlungsausbrüche deutlich häufiger vor als die größeren", sagt EUI-Teammitglied Regina Aznar Cuadrado vom Göttinger Max-Planck-Institut. "Es könnte sein, dass ihr Einfluss auf die Koronaheizung bisher unterschätzt wurde."
Zehn Instrumente liefern spektakuläre Eindrücke der Sonne
Im nächsten Schritt gilt es jetzt, die physikalischen Prozesse zu beleuchten, die dem Phänomen zugrunde liegen - die Forscher glauben bisher an einen großen Prozess, an dem verschiedene Wellenphänomene, sogenannte Spikulen, magnetische Prozesse und Strahlungsausbrüche beteiligt sind. Im nächsten Schritt werden die jetzt gewonnenen Ergebnisse in eine komplexe Simulation der Sonnenatmosphäre eingebettet.
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