Eine neue Physik? - Myonen-Experiment stellt Standardmodell infrage
Das US-amerikanische Fermilab hat mit den jetzt veröffentlichten Daten zu einem Elementarteilchen-Experiment die Physik-Welt in Aufregung versetzt. Das bisherige Standard-Modell der Teilchenphysik reicht hier zur Erklärung nicht mehr aus.
Seit vielen Jahren zerbrechen sich Physiker den Kopf, warum es Unterschiede zwischen den theoretischen Vorhersagen zum Magnetismus des Myons und den realen Daten aus einem Experiment am Brookhaven National Laboratory (BNL) im Jahr 2001 gibt. Erst kam man hier nicht voran, weil die Messtechnik noch nicht fein genug war, dann konnte der Teilchenbeschleuniger nicht wie gewünscht benutzt werden. Es folgte ein langwieriger Umzug ans Fermilab, an dem nun endlich neue Messungen durchgeführt werden konnten.
Und was hier nun herauskam. liefert zwar noch keine Erklärungen, macht aber klar, dass die Forscher am BNL korrekte Daten gemessen haben: Das Myon bringt tatsächlich ein größeres magnetisches Moment mit, als es laut dem Standardmodell dürfte. Das deutet darauf hin, dass es zusätzliche Kräfte oder Teilchen geben muss, die vom Standardmodell noch nicht berücksichtigt werden.
"Ein fantastischer Tag und ein fantastisches Ergebnis", kommentierte Dominik Stöckinger, der als Professor am Institut für Kern- und Teilchenphysik der Technischen Universität Dresden tätig ist, die Meldung seiner Kollegen, an deren Arbeit er auch selbst beteiligt war. Auch wenn einige Physiker noch skeptisch sind - immerhin rütteln die Daten an einem seit langer Zeit gut funktionierenden Modell der subatomaren Welt - dürfte sich mit den nun veröffentlichten Daten ein kleiner Spalt einer Tür zu einer neuen Physik hinter dem bisher Bekannten auftun.
Und was hier nun herauskam. liefert zwar noch keine Erklärungen, macht aber klar, dass die Forscher am BNL korrekte Daten gemessen haben: Das Myon bringt tatsächlich ein größeres magnetisches Moment mit, als es laut dem Standardmodell dürfte. Das deutet darauf hin, dass es zusätzliche Kräfte oder Teilchen geben muss, die vom Standardmodell noch nicht berücksichtigt werden.
Eine kleine Unsicherheit
Noch gibt es zwar die Möglichkeit, dass dies auf statistische Ausreißer zurückzuführen ist, besonders wahrscheinlich ist dies aber nicht. Bisher sind allerdings auch erst 5 Prozent aller Daten, die das Experiment lieferte, ausgewertet. In Verbindung mit erneuten Messungen, die sich aufgrund der Corona-Pandmie verzögerten, dürfte es aber bald mehr Klarheit geben."Ein fantastischer Tag und ein fantastisches Ergebnis", kommentierte Dominik Stöckinger, der als Professor am Institut für Kern- und Teilchenphysik der Technischen Universität Dresden tätig ist, die Meldung seiner Kollegen, an deren Arbeit er auch selbst beteiligt war. Auch wenn einige Physiker noch skeptisch sind - immerhin rütteln die Daten an einem seit langer Zeit gut funktionierenden Modell der subatomaren Welt - dürfte sich mit den nun veröffentlichten Daten ein kleiner Spalt einer Tür zu einer neuen Physik hinter dem bisher Bekannten auftun.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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