Cover mit Papst & Genitalien: Streit von Titanic und Google eskaliert

Probleme, Streit, Ärger, Schrei Bildquelle: Pixabay Probleme, Streit, Ärger, Schrei Bildquelle: Pixabay
Titanic reicht es jetzt: Google hatte sich an der "Profanität" von Inhalten gestört, die App des Satire-Magazins im Play-Store gesperrt und eine Löschung gefordert. Nach erfolglosem Einspruch gegen die Maßnahmen hat Titanic jetzt beschlossen, Googles App-Store zu verlassen.

Das Cover mit Papst & Genital gefällt Google einfach nicht

Wer sich darüber wundert, dass Titanic mit seinen Cover-Bildern auch provoziert, der hat sich wohl nur wenig mit dem Satire-Magazin und seiner über 40-jährigen Geschichte beschäftigt. Aktuell führt eines dieser provokanten Titelbilder zur Eskalation mit Google. Wie Titanic in einer Pressemitteilung schreibt, hatte der Konzern die seit 2014 verfügbaren App-Ausgaben des Magazins kurz vor Erscheinen des Februar-Heftes 2021 "ohne Vorwarnung" aus dem App-Store verbannt. Infografik: Darum löschen Benutzer Apps vom HandyDarum löschen Benutzer Apps vom Handy Der Grund: Titanic hatte es mit dem gezeichneten Cover der Dezember-Ausgabe und der "profanen" Darstellung des Papstes nach Ansicht Googles übertrieben. Das Magazin zeigt darauf das Kirchenoberhaupt mit ausgestrecktem Hinterteil, in dem ein Kreuz steckt. Hinter dem Papst steht Jesus mit entblößtem Gemächt. Die Sprechblase des Papstes "Mon Dieu!", übersetzt "Mein Gott", kommentiert der Comic-Jesus mit "Denkst du wieder an ihn?" - Titanic zeigt das Titelbild in seiner Pressemitteilung.

Einspruch ohne Erfolg

Titanic hatte sich nach eigenen Angaben zunächst mit einem sofortigen Einspruch gegen die Sperrung gewehrt. Die Antwort Googles: Mittlerweile habe man weitere Motive gefunden, die einer Wiedereinstellung der App im Wege stehen würden. Auch zwei Wochen nach Verschwinden der App aus dem Play-Store bleibt ein weiterer Einspruch von Google unbeantwortet.

Und so sieht sich das Satire-Magazin dazu gezwungen, selbst Tatsachen zu schaffen. Chefredakteur Moritz Hürtgen nimmt dabei passend zu seiner Jobbeschreibung kein Blatt vor den Mund: "Titanic wird sich nicht selbst zensieren, um dem verkniffenen Humor von Monopolwichsern in San Fernando Valley, äh: Silicon Valley, gerecht zu werden."

Der Schlagabtausch hat dabei auch logistische Konsequenzen. Nutzer konnten das Magazin bisher über die App abonnieren. Da Titanic aber über den Play-Store keinen Zugriff auf die Kontaktdaten der zahlenden "Play Store"-Nutzer hat, müssen sich diese für den weiteren Erhalt der Print- oder PDF-Ausgaben an das Magazin wenden. Probleme, Streit, Ärger, Schrei Probleme, Streit, Ärger, Schrei Pixabay
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