Spion spioniert Spion aus: Russischer Satellit ist verdächtig "unnormal"

Im Erdorbit spielt sich ein Spionage-Krimi rund um Satelliten von Russland und den USA ab. Russland hat die Bahn eines "Inspektor"-Satelliten mit dem eines bekannten US-Spionagesatelliten synchronisiert. Dieses unnormale Verhalten kann laut Experten kein Zufall sein.

Ein russischer Satellit hängt sich an einen US-Kollegen

Die Erdumlaufbahn ist voll mit Satelliten, die Ausdehnung der genutzten Erdorbits macht es aber selbst bei der immer weiter zunehmenden Betriebsamkeit bisher zu einer Seltenheit, dass sich Objekte - in Relation gesehen - allzu nahe kommen. In dieser Hinsicht lässt ein Ereignis, das am 20. Januar seinen Anfang nahm sogar Experten erstaunt Richtung Himmel blicken: Wie Michael Thompson, Experte für Astrodynamik, laut Bericht von Technology Review auf Twitter schreibt, hatte ein russischer Spionage-Satellit an diesem Tag verdächtige Manöver eingeleitet. Das Ergebnis: Die Umlaufbahn wurde über mehrere Tage durch eine komplexe Abfolge an Kommandos mit der eines US-Spionage-Satelliten synchronisiert.

Wie Thompson weiter ausführt, ist es dem russischen Satelliten damit jetzt möglich, den US-Satelliten "ständig im Blick zu behalten". Demnach schwankt die Distanz der beiden Objekte aktuell zwischen 150 km und 300 km - für den Erdorbit sehr geringe Werte. Wie der Experte weiter ausführt, gelang den russischen Lenkern des Satelliten mit dem eingeschlagenen Orbit ein "ziemlich cleveres Design". So kann der russische Satellit sein US-Amerikanisches Ziel von einer Seite beobachten, wenn sie ins Sonnenlicht treten, beim Eintritt in die Schattenseite der Erde ist es auf die andere Seite gewandert - perfekt für eine Rundum-Überwachung.

Zweck ist Gegenstand von Spekulationen

Technology Review zitiert Thomas Roberts, Experte am Center for Strategic and International Studies (CSIS): "Wertvollen Treibstoff zu verbrauchen, um sich mit perfektem Blick auf einen anderen Satelliten zu positionieren, kommt mir absolut unnormal vor", sagt er. "Das ist kein Zufall." Da sich viele der Möglichkeiten des US-Spionagesatelliten auch ohne eine direkte Beobachtung aus den bisher bekannten Daten ableiten lassen, ist der Zweck der Spionage des Spions bisher aber nicht ganz klar. Todd Harrison, ein Kollege Roberts spekuliert, dass der russische Satellit "Blenden und Auflösung der Kameras" und sogar aktive Rechenprozesse des US-Satelliten überwachen könne.
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