Kiwibots: Wenn die "KI" des Lieferroboters im Billiglohnland sitzt
Auf dem Campus der University of California Berkeley bringen seit einiger Zeit Lieferroboter Fast-Food zu hungrigen Studenten. Die "Kiwibots" sind natürlich entsprechend beliebt und haben schon nahezu Kult-Status erreicht. Sie demonstrieren aber in erster Linie, dass Arbeitsvergaben in Billiglohnländern sogar preiswerter sind als ein autonomer Roboter.
Rund 40 Roboter sind in Berkeley permanent unterwegs, um Menschen auf dem Uni-Campus und in den angrenzenden Wohngegenden mit den diversen Fast-Food-Anbietern in der Gegend zu verbinden. Binnen der vergangenen zwei Jahre hat das Startup, das die Geräte betreibt, diese bis zur Version 3.2 weiterentwickelt. Mittlerweile wurden so die Transportboxen optimiert und über LEDs auf der Frontseite ein freundliches Gesicht animiert.
Kaum Entwicklungsarbeit ist hingegen in die Navigationsfähigkeiten der Roboter geflossen. Eine Kamera an der Frontseite und die dahinterliegende Elektronik inklusive eines KI-Algorithmus sorgen lediglich dafür, dass der Kiwibot nicht gegen Fußgänger oder andere Hindernisse fährt und etwa in der Mitte des Bürgersteigs bleibt.
Dort erhalten die Beschäftigten die aktuelle GPS-Position auf einer Karte und zusätzlich einen Kamerablick in Fahrtrichtung angezeigt. Auf dieser Grundlage versorgen sie die Kiwibots alle zehn Sekunden mit neuen Wegpunkten. Bis zu drei Fahrzeuge kann eine Person so gleichzeitig bedienen und bis zu 15 Lieferungen pro Stunde abschließen. So viel schaffen Essenslieferanten vor Ort nicht.
Siehe auch: Duplex: Googles Anruf-KI ist zu großen Teilen eher ein Schachtürke
Kaum Entwicklungsarbeit ist hingegen in die Navigationsfähigkeiten der Roboter geflossen. Eine Kamera an der Frontseite und die dahinterliegende Elektronik inklusive eines KI-Algorithmus sorgen lediglich dafür, dass der Kiwibot nicht gegen Fußgänger oder andere Hindernisse fährt und etwa in der Mitte des Bürgersteigs bleibt.
Kolumbien statt KI
Die Sensoren und die Software-Entwicklung für eine eigenständige KI zum autonomen Fahren hätten den Preis der Fahrzeuge deutlich nach oben getrieben. Die Betreiberfirma hat sich stattdessen entschieden, die jetzigen Systeme für lediglich rund 2500 Dollar pro Stück in China fertigen zu lassen und das eingesparte Geld zu verwenden, um Remote-Piloten zu bezahlen. Diese sitzen in Kolumbien und erhalten etwas weniger als 2 Dollar pro Stunde, was immerhin noch über dem lokalen Mindestlohn liegt.Dort erhalten die Beschäftigten die aktuelle GPS-Position auf einer Karte und zusätzlich einen Kamerablick in Fahrtrichtung angezeigt. Auf dieser Grundlage versorgen sie die Kiwibots alle zehn Sekunden mit neuen Wegpunkten. Bis zu drei Fahrzeuge kann eine Person so gleichzeitig bedienen und bis zu 15 Lieferungen pro Stunde abschließen. So viel schaffen Essenslieferanten vor Ort nicht.
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