Übernimmt sich Netflix? Streaming-Riese investiert mehr denn je

Netflix, Serie, TV-Serie, Science Fiction, Sci-Fi, Lost in Space Bildquelle: Netflix
Der Streaming-Riese Netflix setzt immer mehr auf Eigenproduktionen. Das ist alles andere als neu, denn diese Strategie verfolgt das Unternehmen aus dem kalifornischen Los Gatos seit bereits längerem. Dennoch ist überraschend, wie viel Netflix in eigene Inhalte investiert, wie neueste Zahlen zeigen.
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Die Strategie von Netflix zu immer mehr eigenen und exklusiven Produktionen ist nicht ausschließlich eine selbst gefällte Entscheidung, sondern hat mit der immer stärker werdenden Konkurrenz auf dem Streaming-Markt zu tun. Denn immer mehr Medienkonzerne ziehen ihre eigenen Portale auf, Lizenzen, die sich Netflix früher gesichert hat, sind nun nicht mehr verfügbar. Bestes Beispiel ist hier der Bisher-Partner Disney.

Im vergangenen Herbst hat Netflix im Rahmen der Veröffentlichung seiner Geschäftszahlen für das dritte Quartal bekannt gegeben, dass man in diesem Jahr zwischen sieben und acht Milliarden Dollar für Eigenproduktionen ausgeben wird. Doch wie das Wirtschaftsmagazin The Economist unter Berufung auf Quellen bei Goldman Sachs berichtet, gehen die Investmentbanker aktuell davon aus, dass Netflix am Ende des Jahres weitaus höhere Ausgaben verbuchen wird.


Mehr als alle anderen

Laut der aktuellsten Einschätzung von Goldman Sachs wird Netflix zwischen zwölf und 13 Milliarden Dollar in eigene Filme und Serien stecken. Damit gibt Netflix mehr Geld als jedes andere Studio und Network aus, jedenfalls wenn man die teuren Sportrechte abzieht. Zum Vergleich: Amazon wird in diesem Jahr "nur" vier Milliarden Dollar ausgeben.

Netflix hat bereits zuvor bestätigt, dass man zumindest 82 neue Filme dreht und bereitstellen wird. Ein weiterer Vergleich: Disney wird 2018 zehn Streifen veröffentlichen, bei Warner Bros. werden es dieses Jahr 23 Filme sein.


Der letzte Vergleich ist allerdings nicht ganz zulässig, da Netflix auch zahlreiche lokale Produktionen auf den Weg bringt. Zuletzt wurde beispielsweise bekannt, dass Netflix eine deutschsprachige Serie (nach Dark seine zweite) mit Sigmund Freud als halbfiktionalen Protagonisten produzieren wird. Solche Serien sind für Netflix besonders wichtig, da das Portal seit längerem weltweit operiert und so auch sein rasantes Wachstum fördert.

Bisher geht diese Strategie gut, Anleger und Finanzexperten beobachten diese enormen Ausgaben aber dennoch mitunter mit Bauchschmerzen, da diese die Gewinne ordentlich drücken. Bisher gibt der Erfolg Netflix aber natürlich Recht.

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