Selbst Ransomware-Erpresser gehen schon auf Abstand zu Bitcoin
Dass ein selbsternanntes Währungssystem auf massive Probleme zusteuert sollte spätestens dann klar sein, wenn Kriminelle im größeren Umfang auf Abstand gehen. Bitcoin war lange Zeit bei Ransomware-Erpressern das Zahlungsmittel der Wahl - doch diese haben zum Ende letzten Jahres in Scharen Reißaus genommen.
Laut den Daten, die das Sicherheits-Unternehmen Proofpoint auf Grundlage der Beobachtung von Ransomware-Infektionen weltweit erhebt, ist die Menge jener Fälle, in denen die betroffenen Nutzer zur Zahlung eines Lösegeldes per Bitcoin aufgefordert werden, allein im dritten Quartal 2017 um 73 Prozent zurückgegangen. Zumindest müssen sich die Opfer, die ohnehin meist recht unerfahren in technischen Belangen sind, nicht mehr darum kümmern, irgendwie an Bitcoins zu kommen.
Stattdessen kehren die Kriminellen immer häufiger wieder zu Forderungen in Dollar oder einer anderen echten Währung zurück. Das wirft hinsichtlich der Anonymität beziehungsweise Pseudonymität andere Probleme als Bitcoin auf, das aber ohnehin auch nicht so trivial zu handhaben war. Und wenn doch noch auf Transfers per Kryptowährung gesetzt wird, gibt man immerhin die zu zahlenden Beträge in offiziellen Währungen an.
Die Sicherheitsforscher beobachten aber auch noch andere Trends in der Ransomware-Szene. So gibt es immer häufiger sorgfältig gewählte Abstufungen bei den Lösegeld-Forderungen. Hier setzt man immer häufiger Preise an, die je nach Kaufkraft des Landes und teils sogar nach Kundengruppe unterschiedlich sind. Letztlich geht es stets darum, Beträge zu verlangen, die noch hinreichend Gewinn versprechen, die aber auch nicht so hoch sind, dass die User lieber auf die verlorenen Daten verzichten.
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Stattdessen kehren die Kriminellen immer häufiger wieder zu Forderungen in Dollar oder einer anderen echten Währung zurück. Das wirft hinsichtlich der Anonymität beziehungsweise Pseudonymität andere Probleme als Bitcoin auf, das aber ohnehin auch nicht so trivial zu handhaben war. Und wenn doch noch auf Transfers per Kryptowährung gesetzt wird, gibt man immerhin die zu zahlenden Beträge in offiziellen Währungen an.
Immer stärkere Zielgruppenanpassung
Letzteres ist in manchen Fällen aber ein ziemliches Problem. Bitcoins beispielsweise können derzeit in ziemlich kurzer Zeit massiven Schwankungen unterliegen. Da kann es dann sein, dass man es zwar endlich geschafft hat, einige Einheiten für den geforderten Betrag einzukaufen, doch sind diese dann bereits wenige Stunden später schlicht deutlich weniger wert.Die Sicherheitsforscher beobachten aber auch noch andere Trends in der Ransomware-Szene. So gibt es immer häufiger sorgfältig gewählte Abstufungen bei den Lösegeld-Forderungen. Hier setzt man immer häufiger Preise an, die je nach Kaufkraft des Landes und teils sogar nach Kundengruppe unterschiedlich sind. Letztlich geht es stets darum, Beträge zu verlangen, die noch hinreichend Gewinn versprechen, die aber auch nicht so hoch sind, dass die User lieber auf die verlorenen Daten verzichten.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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