iOS 10 im Härtetest: Was bietet Apples neues Betriebssystem?
Neues Control Center - mit 3D Touch!
Ordentlich aufgebohrt wurde auch das mit einer Wischbewegung von unten ausfahrbare "Control Center":
Neben der hier gut sichtbaren und eingangs erwähnten verstärkten Optik, bekommt das Center größere und leichter zu treffende Knöpfe. Nachteil: Funktionen wie Flugmodus, Schlafmodus oder die Taschenlampe sind von der Steuerung der Musik getrennt. Die erreicht man erst mit einer Wischbewegung nach rechts. Dafür ist auch diese komfortabler zu bedienen und zeigt Albencover an. Auch neu: via 3D touch können Sie ab der iPhone 6S-Generation auf neue Einstellungen zugreifen oder Infos bekommen:
- Taschenlampe: Hier können Sie drei verschiedene Helligkeitsstufen wählen
- Timer: Sie können sofort Timer von 1 Minute, 5 Minute, 20 Minuten & 1 Stunde wählen
- Taschenrechner: Ein berechnetes Ergebnis lässt sich in die Zwischenablage kopieren
- Kamera: Direktsprung in Funktionen wie Foto, Slo-Mo-, Video-Aufnahme oder Selfie
Apropros 3D-Touch: Apps können jetzt neben dem typischen 3D-Touch-Kontextmenü auch grafische Elemente oder eine Vorschau anzeigen. Beim gedrückt halten der Fotos-App etwa, wird eine Vorschau der Foto-Highlights (siehe unten) angezeigt.
Fotos neuerfunden
Die neue Fotos-App in iOS 10 nutzt eine völlig neue Erkennungsmethode zur Identifizierung von Szenen, Personen und Zusammenhängen in Ihrer Fotobibliothek, um die Bibliothek ordentlich aufzumöbeln und Ihre Fotos tatsächlich etwas emotionaler als nur in einer einfachen Liste an Thumbnails darzustellen.Die neue Kategorie Andenken präsentiert Ihnen nicht nur die "Schönsten Erinnerungen 2015" (oder anderer Jahre), sondern stellt auch optisch schick aufbereitete Zusammenstellungen von anderen Orten dar. Die kann man sich entweder wie gewohnt anschauen, oder mit nur einem Tastendruck, in einer mit hochtrabend emotionaler Musik untermalten Diashow genießen. So lassen sich Erinnerungen gleich viel schöner wieder ins Gedächtnis rufen. Keine Bange: Die traditionellen Alben sind nach wie vor vorhanden.
Die Suche hat eine mindestens ebenso große Überarbeitung erfahren. Sie können nicht nur nach Personen oder Orten, sondern auch nach Elementen auf Ihrem Foto suchen.
Beispielsweise zeigt die Suche nach Wasser sofort alle Fotos an, auf denen Flüsse, Strände, Seen oder sonstige Formen von Wasser zu sehen sind. Die Erkennung erfolgt erstaunlich gut und zeigte im Test ausnahmslos alle Schnappschüsse mit Wasserelementen an (siehe Bild).
Musik: Zweiter Versuch
Nach der Einführung von Apple Music wurde die einst einfach zu bedienende App unnötig kompliziert.Die großen Kategorien und Einteilung erinnert an wenig an das "Metro"-Design von Windows Phone, erlaubt aber den schnelleren Zugriff auf Songs, Alben oder Playlists:
Deep Learning für Quicktype
Die Tastaturvorschläge von iOS waren bis Version 9 nie richtig sinnvoll: Sie waren meist so unpassend, dass viele Nutzer die Funktion über mehrere iOS-Generationen gar komplett deaktiviert ließen. Mit iOS 10 setzt Apple allerdings auf Deep Learning, um die lästige Tipperei zu reduzieren und im Kontext der Unterhaltung nach einer kurzen Lernphase bessere Vorschläge geben zu können.Und klappt's? Bedingt. Das System hat mich und meine Schreibgewohnheiten, sowohl in deutscher als auch englischer Sprache, doch recht gut analysiert und kennt nun viele Redewendungen oder Satzfolgen. So weiß es etwa, dass ich in einem Gruppenchat meinen Kumpel Jeremy mit seinem Nickname "Jem" anspreche und schlägt dies bei Ansprache sogar noch vor seinem eigentlichen Namen vor:
Auch Satzvervollständigungen scheinen nun besser zu funktionieren. Oftmals kann Quicktype auch den eigenen Ort, sofern er geteilt wird, gleich mitschicken. Weiterhin werden Telefonnummern zur Auto-Vervollständigung vorgeschlagen: Dies klappt allerdings vorerst nur auf Englisch. Beim Eintippen von "Peter's Number is" werden alle Kontakteinträge zu Peter durchsucht und dessen Telefonnummer vorgeschlagen. Für deutschen Text fehlt dieser Vorschlag leider komplett.
Doch auch nach drei Monaten "Deep Learning" muss ich zu oft ein Wort fast zuende schreiben, ehe mir ein korrekter Vorschlag angezeigt wird - und ab dem Punkt kann ich es auch gleich vollständig runtertippen! Da hilft auch die Tatsache nicht, dass zu einigen Wörtern auch automatisch Emojis erscheinen:
"Super" wird hier zu einem nach oben zeigenden Pfeil. Das funktioniert mit dutzenden Wörtern, etwa Baum, Pferd, Regen, Mac, iPhone (natürlich) oder Engelchen.
Alles in allem warte ich wohl doch wieder eine Generation, ehe ich das aktiv nutze. Dafür sind jetzt die Klackgeräusche der Tastatur so angenehm leise und unaufdringlich, dass es auch nicht stört, wenn man bei voller Lautstärke eine längere E-Mail tippt. Super!
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