Irische Regierung gegen EU:
Wir wollen gar kein Geld von Apple
Diese Woche hat die EU eine vor allem in dieser Höhe spektakuläre Entscheidung bezüglich der Steuervorteile, die Irland Apple gewährt hat, gefällt: Demnach soll Irland von Apple 13 Milliarden Euro an Steuern nachfordern. Das Problem dabei: Die irische Regierung will dieses Geld nicht und will deshalb juristisch gegen die Entscheidung der EU-Kommission vorgehen.
Davon träumen wohl die meisten von uns: Man wendet sich ans Finanzamt mit einer hohen Steuerrückzahlung, dort sagt man aber: "Nö, wollen wir nicht." Das jedenfalls ist in etwa die aktuelle Situation zwischen Apple, der EU und EU-Mitglied Irland. Denn die EU-Kommission hat den irischen Staat aufgefordert, vom US-Konzern 13 Milliarden Euro an Steuern nachzufordern. Doch die Regierung der grünen Insel will das Geld nicht und hat laut BBC heute im Kabinett offiziell beschlossen, Einspruch gegen die EU-Entscheidung einzulegen.
Apple hat auf seine gebündelten Gewinne in Irland im Jahr 2014 gerade einmal 0,005 Prozent Steuer bezahlt, also praktisch nichts. Die EU kam deshalb zum Schluss, dass dies einen Wettbewerbsvorteil darstellt. Das sehen die irische Regierung und auch der kalifornische Konzern natürlich anders.
Siehe auch: EU - Irland soll 13 Milliarden Euro Steuern von Apple nachfordern
Steuertrick oder legitimer Deal?
Das ist allerdings zu erwarten gewesen: Denn Irland hat mit Apple und anderen US-amerikanischen IT-Konzernen einen Deal geschlossen, der ihnen besonders niedrige Steuersätze gewährt. Im Gegenzug haben Apple und Co. in Irland ihre Europa-Zentralen angesiedelt und dort Arbeitsplätze geschaffen.Apple hat auf seine gebündelten Gewinne in Irland im Jahr 2014 gerade einmal 0,005 Prozent Steuer bezahlt, also praktisch nichts. Die EU kam deshalb zum Schluss, dass dies einen Wettbewerbsvorteil darstellt. Das sehen die irische Regierung und auch der kalifornische Konzern natürlich anders.
"Total political crap"
So hat Apple-CEO Tim Cook die Entscheidung in ungewöhnlich harschen Worten als "völligen politischen Mist" bezeichnet. Eine Schuld bei sich sieht der Chef des Konzerns nicht, auch Irland nahm er in einem Interview mit dem irischen Blatt Independent in Schutz, die EU hacke auf Irland herum, so der verärgerte Chief Executive Officer von Apple.Siehe auch: EU - Irland soll 13 Milliarden Euro Steuern von Apple nachfordern
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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