Geheimdienst BND will Hacker-Abteilung aufbauen

Hacker, Tastatur, Maus Bildquelle: Davide Restivo / Flickr
Auch der Bundesnachrichtendienst (BND) rüstet sich für verstärkte Auseinandersetzungen über das Internet. Für den Kampf gegen Spionageattacken will der Geheimdienst personell kräftig aufstocken. BND-Chef Gerhard Schindler unterrichtete in der vergangenen Woche eine kleine Runde von Bundestagsabgeordneten darüber, dass eine neue Abteilung, die sich ausschließlich mit Hackerangriffen auf Bundeseinrichtungen und die deutsche Industrie beschäftigt, bis zu 130 Mitarbeiter stark werden soll. Das berichtet das Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' in seiner heutigen Ausgabe.

Die neuen Stellen seien bereits genehmigt, hieß es. Derzeit arbeite man intensiv an der Rekrutierung von Experten, die aber schwierig zu finden seien. Deswegen müsse der BND hohe Honorare für die Kooperation mit Hackern zahlen und auch Expertisen von Softwareunternehmen einkaufen, die sich auf Sicherheits-Applikationen spezialisiert haben.

Schindler zeichnete dabei ein drastisches Bild der Bedrohung durch Cyberspionage, die vor allem von China ausgehe. Dort arbeiten nach BND-Angaben bis zu 6.000 Experten in einer eigens eingerichteten Abteilung des Verteidigungsministeriums, die sich auf die Abschöpfung der Informationen von Technologieunternehmen und Rüstungskonzernen aus dem Ausland spezialisiert haben.

Russland soll eine ähnlich aggressive Cyberstrategie verfolgen, allerdings seien die staatlichen Hacker dort als private Firmen getarnt, so der BND-Chef. In den letzten Monaten registrierte der Dienst pro Tag drei bis fünf Attacken allein auf Bundes- und Regierungsstellen in Deutschland.

Allerdings dürfte dieses Bild nicht vollständig der Realität entsprechen. Unabhängige Security-Experten hatten in der Vergangenheit mehrfach darauf hingewiesen, dass die Darstellungen über die angeblichen Fähigkeiten chinesischer Angreifer ziemlich überzogen sind, um für die Sicherheitsbehörden im Westen leichter Budgets zu erhalten.

Realistisch sind allerdings die Schwierigkeiten, die Schindler bei der Personalsuche schildert. Hier gibt es in vielen Fällen das Problem für die Geheimdienste, dass viele fähige Hacker aus ihrem kulturellen Hintergrund heraus eher eine Abscheu haben, ihre Fähigkeiten in den Dienst staatlicher Organe zu stellen. Und selbst wenn sie dazu grundsätzlich bereit sind, können sie doch in der freien Wirtschaft oft ein Vielfaches dessen verdienen, was die Tarifordnungen der Behörden vorsehen. Hacker, Tastatur, Maus Hacker, Tastatur, Maus Davide Restivo / Flickr
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