Windows 8: Speicherbedarf stark gesenkt & mehr

Microsoft will bei Windows 8 nicht nur im Bereich der Benutzeroberfläche die Dinge effektiver und schneller gestalten, sondern hat auch unter der Haube grundlegende Veränderungen vorgenommmen, damit das neue Betriessystem trotz der optischen Neuerungen mehr Leistung an den Tag legt.
Speicherbedarf drastisch reduziert
Anlässlich der Entwicklerkonferenz BUILD Windows demonstrierte Chef-Entwickler Steven Sinofsky, dass Windows 8 deutlich weniger Arbeitsspeicher in Anspruch nimmt als sein Vorgänger. Als Beispiel diente ein von ihm selbst genutztes Netbook des chinesischen Herstellers Lenovo, das mit einem Gigabyte RAM ausgerüstet ist. Wurden von Windows 7 bei diesem Gerät im Idle-Zustand noch gut 400 Megabyte Speicher benötigt, so sind es bei gleichem Betriebszustand unter Windows 8 nur noch gut 280 Mb.

Die Zahl der laufenden Prozesse wurde ebenfalls leicht gedrückt, so dass im Fall des Lenovo-Netbooks von Sinofsky statt 32 Prozessen unter Windows 7 direkt nach dem Start unter Windows 8 nur 29 Prozesse liefen. Sinofsky bemühte sich zu betonen, dass dadurch mehr Raum für Anwendungen zur Verfügung steht. Gleichzeitig hob er hervor, dass diese Verbesserungen natürlich auch den kommenden ARM-Systemen zugute kommen sollen, da diese zwar weniger Energie benötigen, aber eben auch in Sachen Leistung noch nicht mit x86-Plattformen mithalten können. Windows 8 Developer PreviewWindows 7 vs. Windows 8 - RAM-Nutzung Extrem schneller Start möglich
Neben dem deutlich reduzierten Speicher-Footprint will Microsoft auch durch einen stark beschleunigten Startvorgang dafür sorgen, dass der Nutzer seinen Windows 8-PC schneller und effektiver nutzen kann. Wie bereits vorab in einem Blog-Artikel von Sinofsky erläutert wurde, setzt man unter anderem auf den sogenannten "Hybrid Boot", bei dem die letzte Sitzung des Nutzers zwar vollkommen beendet, doch die laufenden Systemkomponenten wie Kernel und Treiber im aktuellen Zustand auf der Festplatte hinterlegt werden. Beim nächsten Start werden diese dann einfach wieder in den Arbeitsspeicher befördert, so dass der jeweilige Rechner binnen kürzester Zeit wieder einsatzbereit ist, da die Prozesse nicht erst wieder neu gestartet werden müssen.

Bei PCs, die mit einem schnellen Speicherlaufwerk ausgerüstet sind, sorgt diese Taktik dafür, dass die Geräte extrem schnell "starten" können. Microsoft setzt deshalb unter anderem darauf, dass die Hardware-Partner zunehmend Flash-Laufwerke anstelle oder zusätzlich zur normalen Festplatten als Systemlaufwerke verbauen, da diese deutliche Geschwindigkeitsvorteile beim Speichern und erneuten Abrufen der beim Hybrid-Boot gespeicherten Daten bieten.

Wie extrem schnell Windows 8 dadurch starten kann, wurde unter anderem anhand von High-End-Systemen, aber auch am Beispiel relativ "normaler" PCs gezeigt. Im Fall der besonders schnellen Systeme war der Boot sogar so schnell möglich, dass weder ein Startbildschirm noch ein Hersteller-Logo zu sehen waren. Im Extremfall passiert das Ganze sogar schneller als sich der angeschlossene Monitor aus dem Standby in den Betriebszustand versetzen kann.

Einer der Schlüssel für den schnellen Start liegt in der Verwendung des BIOS-Nachfolgers UEFI, durch den der Startvorgang auch auf der Seite der Hardware verkürzt wird, weil keinerlei Ausgabe der POST-Informationen mehr erfolgt oder ähnliche bremsende Zwischenschritte stattfinden. Bei aktuellen PCs, die meist noch mit einem normalen BIOS daherkommen, fällt der Geschwindigkeitsvorteil natürlich geringer aus, auch wenn sich hier durch den Hybrid-Boot natürlich dennoch eine positive Entwicklung bemerkbar machen wird.

Microsoft verlässt sich bei der Verkürzung der Startzeit von Windows 8 auch auf eine enge Zusammenarbeit mit den Hardware-Herstellern und deren Partnern. So wurde zum Beispiel im Fall des anlässlich der BUILD an die Teilnehmer verteilten Samsung Series 7 Slate eng mit dem UEFI-Partner von Samsung kooperiert, um ein möglichst optimales Ergebnis zu erzielen. Dies ist zusammen mit den bereits genannten Maßnahmen einer der Gründe dafür, dass das mit einem Intel Core i5 Mobil-Prozessor ausgerüstete 11,6-Zoll-Tablet mit Windows 8 nur 15 Sekunden vom Drücken des Ein-/Aus-Schalters bis zum Lock-Screen benötigt und ein kompletter Neustart inklusive Herunterfahren nur knapp 20 Sekunden dauert (siehe Video, die blaue Leuchte am unteren Bildrand zeigt an, ob das Tablet eingeschaltet ist, oder nicht).


Stromsparmaßnahmen für längere Laufzeit
Die Entwickler haben bei Windows 8 erneut Maßnahmen ergriffen, um die Akkulaufzeit von mobilen Geräten wie etwa Laptops und Tablets weiter zu steigern. Unter anderem werden die neuen Metro-Style-Apps beim Wechsel in eine andere Anwendung in eine Art Pausenzustand (Suspended Mode) versetzt, in dem sie keinerlei CPU-Leistung benötigen. Zwar wird weiterhin Speicher belegt, um den aktuellen Betriebszustand zu erhalten, doch der Prozessor des Rechners wird nicht belastet, weil die App weitestgehend eingefroren wird.

Darüber hinaus setzt Microsoft bei Windows 7 auch darauf, den Prozessor in einen weiter unten angesiedelten Betriebszustand zu versetzen, wenn gerade keine Rechenaufgaben zu erledigen sind. Damit dies häufiger der Fall ist, werden zu erledigende CPU-Anfragen mittels einer gegenüber Windows 7 erweiterten Timer-Coalescing-Funktion zusammengefasst und in regelmäßigen Abständen gebündelt an den Prozessor übergeben, damit dieser länger Zeit in einem stromsparenderen Modus bleiben kann.


Um die künftigen Laptops, Netbooks und Tablets mit Windows 8 zusätzlich noch mobiler zu machen, will Microsoft außerdem den sogenannten "Connected Standby"-Modus einführen. Dabei wird das jeweilige System fast wie bei einem Smartphone in eine speziellen Standby-Modus gebracht, bei dem zwar ein Großteil der Hardware abgeschaltet und die CPU in einem Stromsparmodus läuft, die Funkmodule aber weiter aktiv bleiben.

In regelmäßigen Abständen wird Windows 8 dabei kurz aktiv, um eventuell eingehende VoIP-Anrufe, Nachrichten, Updates oder E-Mails abzufragen. Dadurch kann das jeweilige Endgeräte sehr stromsparend laufen und extrem lange aktiv bleiben. Intel und verschiedene Notebookhersteller werden diesen Ansatz im Zuge der Einführung von Windows 8 unter anderem bei den Ultrabooks der nächsten Generation unterstützen, die im kommenden Jahr auf den Markt kommen werden. Letztlich sollen die Geräte so mehrere Tage in diesem "Connected Standby"-Modus beiben können.

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