Vater des Netzes sieht sein Kind an einem Scheideweg angekommen
Einer der Väter des Netzes sieht dessen Entwicklung aktuell an einem kritischen Punkt angelangt. In den kommenden Monaten und Jahren werden an sehr vielen Stellen Entscheidungen fallen müssen, die massive Einflüsse auf die Zukunft des Internets haben.
Einen Einblick in die Situation gab Vint Cerf jetzt auf der Konferenz South By Southwest (SXSW). Dieser ist aktuell offiziell als Chief Internet Evangelist bei Google angestellt, ist aber eigentlich dadurch bekannt, dass er zu den Entwicklern des TCP/IP-Protokolls gehört, das eine der Kerntechnologien des heutigen Netzes ausmacht.
Einer der Kernpunkte, um den es in der kommenden Zeit gehen wird sei die Forschungs-Förderung. Hier gebe es ohnehin einen Trend dahin vor allem wissenschaftliche Projekte zu finanzieren, die ein klares Ziel haben und bei denen auch hohe Chancen bestehen, dieses zu erreichen. Für große Durchbrüche ist aber eben auch Grundlagen-Forschung nötig, die langfristig angelegt und bei der nie sicher ist, ob irgendetwas abseits des reinen Erkenntnisgewinns herauskommt.
Insbesondere in den USA sei zuletzt eine Politik eingekehrt, bei der der ziellosen Wissenschaft zunehmend die Gelder zusammengestrichen werden sollen, führte Cerf aus, ohne zu konkret zu werden. Man dürfe hier nicht einfach darauf hoffen, dass die Privatwirtschaft notfalls einspringt. Das tut sie zwar in einigen Bereichen, letztlich sind viele Projekte in der Grundlagenforschung ohne öffentliche Finanzierung aber nicht umsetzbar.
Als weiteren Hemmschuh für die freie Entfaltung von Innovationskraft ist laut Cerf die Unabhängigkeit der grundlegenden Infrastruktur. Daher birgt es aus seiner Sicht hohe Risiken, wenn die neue US-Regierung jetzt einen strikten Gegner der Netzneutralität zum neuen Chef der Telekommunikationsbehörde mache.
Seitens der Nutzer sieht Cerf ein gravierendes Problem, das kaum technisch gelöst werden kann: Der Umgang miteinander und die Diskurs-Kultur im Netz. Verschlüsselung beispielsweise, so führte Cerf aus, könne uns zwar bestätigen, dass wir es mit der Person zu tun haben für die sich jemand ausgibt - schlechte Umgangsformen lassen sich damit aber nicht regulieren.
Einer der Kernpunkte, um den es in der kommenden Zeit gehen wird sei die Forschungs-Förderung. Hier gebe es ohnehin einen Trend dahin vor allem wissenschaftliche Projekte zu finanzieren, die ein klares Ziel haben und bei denen auch hohe Chancen bestehen, dieses zu erreichen. Für große Durchbrüche ist aber eben auch Grundlagen-Forschung nötig, die langfristig angelegt und bei der nie sicher ist, ob irgendetwas abseits des reinen Erkenntnisgewinns herauskommt.
Insbesondere in den USA sei zuletzt eine Politik eingekehrt, bei der der ziellosen Wissenschaft zunehmend die Gelder zusammengestrichen werden sollen, führte Cerf aus, ohne zu konkret zu werden. Man dürfe hier nicht einfach darauf hoffen, dass die Privatwirtschaft notfalls einspringt. Das tut sie zwar in einigen Bereichen, letztlich sind viele Projekte in der Grundlagenforschung ohne öffentliche Finanzierung aber nicht umsetzbar.
Als weiteren Hemmschuh für die freie Entfaltung von Innovationskraft ist laut Cerf die Unabhängigkeit der grundlegenden Infrastruktur. Daher birgt es aus seiner Sicht hohe Risiken, wenn die neue US-Regierung jetzt einen strikten Gegner der Netzneutralität zum neuen Chef der Telekommunikationsbehörde mache.
Schlechtes Benehmen nicht technisch lösbar
Allerdings seien Regierungen und die Politik bei weitem nicht die einzigen Probleme, mit denen man zu tun habe. Auch Unternehmen und Nutzer stünden laut Cerf im Kern aktueller Entwicklungen, die große Risiken in sich tragen. Seitens der Firmen ist es der zunehmende Trend, Inhalte in die "umzäunten Gärten" ihrer Apps einzuschließen. "Wir brauchen aber keine Mauern, was wir brauchen sind Straßen", sagte der Internet-Pionier auf der Konferenz. Und ein Problem würden demnach auch Firmen darstellen, die gerade auf Biegen und Brechen ihre neuen IoT-Systeme auf den Markt werfen - und mit deren grundlegendem Mangel an Security-Features nicht nur das eigene Geschäft, sondern das ganze Netz einer massiven Gefahr aussetzen.Seitens der Nutzer sieht Cerf ein gravierendes Problem, das kaum technisch gelöst werden kann: Der Umgang miteinander und die Diskurs-Kultur im Netz. Verschlüsselung beispielsweise, so führte Cerf aus, könne uns zwar bestätigen, dass wir es mit der Person zu tun haben für die sich jemand ausgibt - schlechte Umgangsformen lassen sich damit aber nicht regulieren.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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