Wie ein Eisberg: Amazons Macht ist eigentlich doppelt so groß
Der US-Handelskonzern Amazon spielt im E-Commerce der westlichen Welt bekanntlich eine ziemlich dominante Rolle. Doch selbst die hohen Marktanteile, die sich aus der Marktforschung und den Bilanzen des Unternehmens ergeben, sind hier lediglich die Spitze des Eisberges.
In den USA entfallen satte 15 Prozent aller Ausgaben, die Nutzer für Bestellungen im Netz ausgeben, inzwischen auf Amazon. Dies ist ziemlich beachtlich, wenn man bedenkt, dass es noch eine Reihe weiterer ziemlich großer Online-Shops gibt und hunderte bis tausende kleinerer Anbieter ebenfalls ganz gut leben. Was die Zahl angeht, decken sich Amazons eigene Angaben und die Erhebungen des US-Handelsministeriums.
Allerdings spiegelt dies längst nicht die ganze Macht des Unternehmens wieder. Denn hier sind jene Zahlen, bei denen Amazon im Grunde nur eine Vermittler-Rolle einnimmt, noch nicht enthalten. Diese resultieren aus der Tatsache, dass auch zahlreiche Händler die Reichweite der Amazon-Plattform nutzen, ihre Transaktionen aber gar nicht in die Daten der Konzernbilanzen des Unternehmens aus Seattle einfließen.
Diese Verkäufe muss man aber im Grunde mit berücksichtigen, wenn man zu einer realistischen Einschätzung der Marktmacht Amazons auf das E-Commerce-Segment kommen will. Sie haben so beispielsweise eine hohe Relevanz für die Marktregulierung und die Einschätzung eines möglicherweise wettbewerbswidrigen Verhaltens.
Auch der E-Commerce-Analyst der Investmentbank Piper Jaffray, Gene Munster, teilt diese Einschätzung der eigentlichen Macht Amazons. Und er gibt zu bedenken, dass der Konzern seine Anteile weiter steigern wird - denn das Unternehmen kann mit seiner Reichweite und den hohen Einnahmen Dienste schaffen, die kleinere Anbieter nie leisten könnten - wie beispielsweise Lieferungen binnen zwei Stunden in vielen Städten.
Laut Munster wird dies tiefgreifende Folgen auf die zukünftige Struktur des E-Commerce-Sektors haben. Diese sei vergleichbar mit der Expansion Walmarts, die Ende der 1980er Jahre so richtig losging. Als das Unternehmen seine damals neuen Hypermärkte eröffnete, die zehnmal mehr Verkaufsfläche boten als die damals üblichen Supermärkte, hatte dies katastrophale Folgen für den Einzelhandel an jedem einzelnen Ort, wo ein solcher seine Arbeit aufnahm.
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Allerdings spiegelt dies längst nicht die ganze Macht des Unternehmens wieder. Denn hier sind jene Zahlen, bei denen Amazon im Grunde nur eine Vermittler-Rolle einnimmt, noch nicht enthalten. Diese resultieren aus der Tatsache, dass auch zahlreiche Händler die Reichweite der Amazon-Plattform nutzen, ihre Transaktionen aber gar nicht in die Daten der Konzernbilanzen des Unternehmens aus Seattle einfließen.
Diese Verkäufe muss man aber im Grunde mit berücksichtigen, wenn man zu einer realistischen Einschätzung der Marktmacht Amazons auf das E-Commerce-Segment kommen will. Sie haben so beispielsweise eine hohe Relevanz für die Marktregulierung und die Einschätzung eines möglicherweise wettbewerbswidrigen Verhaltens.
Disruptiv wie Walmart
Bezieht man die Drittanbieter-Umsätze mit ein, kommt die gesamte Amazon-Plattform eher auf einen Anteil von 20 bis 30 Prozent am gesamten Online-Handelsvolumen der Verbraucher in den USA. Dies entspricht einem Umsatz von bis zu 125 Milliarden Dollar im Jahr, der über die Seite generiert wird. Das ergaben laut einem Bericht von USA Today aktuelle Berechnungen des Unternehmens Channel Advisor, einem Anbieter von E-Commerce-Software, dessen Produkte von tausenden Verkäufern eingesetzt werden.Auch der E-Commerce-Analyst der Investmentbank Piper Jaffray, Gene Munster, teilt diese Einschätzung der eigentlichen Macht Amazons. Und er gibt zu bedenken, dass der Konzern seine Anteile weiter steigern wird - denn das Unternehmen kann mit seiner Reichweite und den hohen Einnahmen Dienste schaffen, die kleinere Anbieter nie leisten könnten - wie beispielsweise Lieferungen binnen zwei Stunden in vielen Städten.
Laut Munster wird dies tiefgreifende Folgen auf die zukünftige Struktur des E-Commerce-Sektors haben. Diese sei vergleichbar mit der Expansion Walmarts, die Ende der 1980er Jahre so richtig losging. Als das Unternehmen seine damals neuen Hypermärkte eröffnete, die zehnmal mehr Verkaufsfläche boten als die damals üblichen Supermärkte, hatte dies katastrophale Folgen für den Einzelhandel an jedem einzelnen Ort, wo ein solcher seine Arbeit aufnahm.
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Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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