Amazon: E-Book-Betrug aufgeflogen - aber erst nach Millionen-Gewinn
Durch eine Nachlässigkeit des Betreibers ist eine der wohl bisher umfassendsten und geschicktesten Betrügereien zu Lasten von Amazon und seinen Nutzern aufgeflogen. Ein einzelner Mann hat in den letzten zwei Jahren mit billigst produzierten E-Books Millionen-Einnahmen eingefahren.
Amazon bietet kleinen Autoren schon länger die Möglichkeit, eigene Werke im Selbstverlag für Nutzer der Kindle-Reader zu publizieren. Zuweilen finden sich hier durchaus interessante Veröffentlichungen zu diversen Nischenthemen, derer sich ein kommerzieller Verlag kaum annehmen würde. Gelegentlich gab es schwarze Schafe, die versuchten, das System zu missbrauchen, die aber meist schnell entlarvt wurden.
Ein Kanadier hatte die Sache aber regelrecht perfektioniert und agierte sogar über eine eigens gegründete Verlagsfirma. Das Unternehmen wirkte auf seiner Webseite recht seriös - bis auf den Chef existierte aber keiner der angegebenen Mitarbeiter. Der Mitbegründer war beispielsweise schlicht erfunden und sein Foto stammte aus einer Bilderdatenbank, berichtete das US-Magazin ZDNet.
Wie sich herausstellte, war die kleine Firma der Ursprung einer ganzen Reihe von E-Books, die in Amazons Selbstverlags-Bereich zu finden waren. Unter diversen erfundenen Autoren-Namen wurden hier massenhaft Ratgeber zu Diäten, Kochen, Zeitmanagement und ähnlichen populären Themen zu kleinen Preisen angeboten. Damit dies nicht auffiel, verfügten die vermeintlichen Autoren über eigene Amazon-Accounts - hinzu kamen hunderte weiterer Fake-Konten, über die Bewertungen abgegeben wurden, geschützt jeweils durch die Nutzung von Proxys und Tor-Verbindungen.
Organisiert wurde das ganze Betrugsnetzwerk unter anderem über ein eigens programmiertes System, bei dem aber ein Fehler gemacht wurde. Die Verwaltung der zahlreichen Fake-Accounts erfolgte über eine Datenbank in einem Microsoft Azure-Dienst. Hatte man diese erst einmal gefunden, konnte man ohne Passwort auf alle Inhalte zugreifen, wodurch das Ausmaß der ganzen Sache nun öffentlich wurde. Bei Amazon warf man die E-Books umgehend raus und ist nun dabei, alle weiteren Spuren des Täters von der Plattform zu tilgen.
Ein Kanadier hatte die Sache aber regelrecht perfektioniert und agierte sogar über eine eigens gegründete Verlagsfirma. Das Unternehmen wirkte auf seiner Webseite recht seriös - bis auf den Chef existierte aber keiner der angegebenen Mitarbeiter. Der Mitbegründer war beispielsweise schlicht erfunden und sein Foto stammte aus einer Bilderdatenbank, berichtete das US-Magazin ZDNet.
Wie sich herausstellte, war die kleine Firma der Ursprung einer ganzen Reihe von E-Books, die in Amazons Selbstverlags-Bereich zu finden waren. Unter diversen erfundenen Autoren-Namen wurden hier massenhaft Ratgeber zu Diäten, Kochen, Zeitmanagement und ähnlichen populären Themen zu kleinen Preisen angeboten. Damit dies nicht auffiel, verfügten die vermeintlichen Autoren über eigene Amazon-Accounts - hinzu kamen hunderte weiterer Fake-Konten, über die Bewertungen abgegeben wurden, geschützt jeweils durch die Nutzung von Proxys und Tor-Verbindungen.
Millionen-Verdienst mit Ramsch-Ware
Damit reguläre Amazon-Nutzer auch auf die betrügerischen E-Books aufmerksam wurden, setzte der Anbieter ein Marketing-Feature der Plattform ein: E-Books können hier für eine gewisse Frist kostenlos bereitgestellt werden. Die Downloads zählen dann aber ebenso für die Chart-Platzierung wie ein regulärer Verkauf. Also wurden über die Fake-Konten auch zahlreiche Gratis-Downloads getätigt, um die billigen Publikationen ins Sichtfeld zahlender Kunden zu rücken. Das muss aber sehr vorsichtig geschehen, damit Amazons Betrugssysteme nicht Alarm schlagen. In den letzten zwei Jahren soll der Mann hinter der ganzen Sache so rund drei Millionen Dollar eingenommen haben.Organisiert wurde das ganze Betrugsnetzwerk unter anderem über ein eigens programmiertes System, bei dem aber ein Fehler gemacht wurde. Die Verwaltung der zahlreichen Fake-Accounts erfolgte über eine Datenbank in einem Microsoft Azure-Dienst. Hatte man diese erst einmal gefunden, konnte man ohne Passwort auf alle Inhalte zugreifen, wodurch das Ausmaß der ganzen Sache nun öffentlich wurde. Bei Amazon warf man die E-Books umgehend raus und ist nun dabei, alle weiteren Spuren des Täters von der Plattform zu tilgen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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