Post-PC-Ära durch Tablet-Absturz nicht obsolet - große Handys boomen

Das Tablet-Segment hat seinen Zenit allem Anschein nach überschritten. Die große Frage ist dabei, was die Ursachen sind und wie die Entwicklung des gesamten Geräte-Marktes weitergeht. Die Marktforscher von IC Insights sind dabei der Ansicht, dass so mancher ihrer Kollegen falsch liegt, obwohl es einen offensichtlichen Trend gibt.
Infografik: Verkaufszahlen von Tablets und NotebooksVerkaufszahlen: Tablets und Notebooks
Mit der Einführung des ersten iPads hatte Apple-Chef Steve Jobs vor einigen Jahren vollmundig die Post-PC-Ära angekündigt. Und anfangs schien er auch Recht zu behalten: Während die Verkaufszahlen von Desktops und später auch Notebooks nach unten gingen, schossen Tablets nach oben. Recht schnell brachten sie den Netbook-Markt zu Fall und im kommenden Jahr werden sie voraussichtlich auf ähnlich hohe Absatzmengen kommen, wie Desktops und Notebooks zusammen.

Doch inzwischen wächst der Markt nicht mehr. Die meisten Marktforscher schoben dies zuletzt auf Faktoren wie wirtschaftliche Probleme, eine gesunkene Kaufkraft und ungünstige Wechselkurse. Bei IC Insights ist man jedoch der Ansicht, dass die Tablets schlicht zum Opfer großer Smartphones werden. Denn Anfangs hielten sich die Hersteller von Mobiltelefonen noch zurück - da ja bei Feature Phones der Trend bis dahin zu immer kompakteren Modellen ging. Als aber klar war, dass große Displays bei den Nutzern gut ankommen, gab es im Grunde kein Halten mehr.

Bei den Neuvorstellungen sind Geräte mit Displays, deren Diagonale kleiner als 5 Zoll ist, inzwischen selten zu finden. Und die so genannten Phablets boomen. Insofern lässt sich nach Ansicht der Marktforscher ziemlich klar sagen, dass der Post-PC-Trend nicht etwa abflacht, sondern die Nutzer schlicht statt auf Smartphone plus Tablet auf Geräte setzen, die von jeder dieser Klassen einige Vorteile mitbringen.

In Deutschland konnten die Tablet-Hersteller so im zweiten Quartal noch 1,2 Millionen Geräte verkaufen - das sind ganze 14 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bei den Notebooks ging es hingegen sogar um 23 Prozent auf rund eine Million Stück zurück.

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