Vertrag zwischen Sony und Spotify:
Profit steht über den Künstlern
Musik-Streaming ist derzeit das Thema schlechthin, Nutzer schätzen den nahezu unbegrenzten Zugriff auf Songs und Alben. Die wirtschaftlichen Hintergründe sind aber bisher weitgehend unbekannt, es ist nicht klar, wer wie viel verdient. Eines scheint aber sicher: Die Künstler sehen wohl den geringsten Teil des Geldes.
Das bedeutet, dass Sony Music immer einen so guten Deal bekommt wie jedwedes konkurrierende Musiklabel. Das heißt: Verhandelt ein anderes Unternehmen besser, profitiert auch Sony Music davon. Und das ist auch wörtlich zu nehmen, denn die Künstler sehen davon vermutlich keinen Cent mehr oder zusätzlich. Denn wie ein Industrie-Insider gegenüber The Verge erläuterte, behalten Labels derartige Vorauszahlungen in der Regel nur für sich.
Das Vertragswerk ist natürlich komplex, das betrifft unter anderem den Anteil am Umsatz, den Sony pro Song erhält. Diese Einnahmen hängen u. a. vom Gesamtanteil der Streams, aber auch vom einzelnen Stream ab, letzteres hängt aber davon ab, ob die Tantiemen von Nutzern (Free oder mit Abo) höher sind als die erstgenannte Umsatzbeteiligung.
Mit der Vereinbarung zwischen Sony und Spotify haben sie jedenfalls wenig bis nichts zu tun. Daraus kann man durchaus schlussfolgern, dass die Klagen mancher Musiker, dass sie von Spotify zu wenig Geld sehen, zu einem gewissen Teil unbegründet sind. Salopp formuliert: Sie sollten sich besser bei ihrem bzw. über ihr Label beschweren als über Spotify.
Siehe auch: Spotify steigert Umsatz auf 1,08 Mrd. € und macht weiter Verluste
"Wunderwaffe" Streaming
Streaming ist zweifellos die derzeit wichtigste "Waffe" der Musikindustrie im Kampf gegen Piraterie. Das Hauptargument dabei ist fast immer: Die Künstler verdienen und benötigen eine faire Bezahlung, auch und vor allem im Streaming-Geschäft. Doch die von The Verge veröffentlichten Dokumente scheinen Kritiker der Musik-Industrie zu bestätigen. Denn sie zeigen: Den Unternehmen geht es weniger um die Kunst, sondern vor allem um eines: Profit.Das Label
Denn The Verge hat den bisher geheimen und im Jahr 2011 unterschriebenen (inzwischen aber ausgelaufenen) Vertrag zwischen Sony Music und Streaming-Größe Spotify zugespielt bekommen. Demnach muss Spotify eine jährliche Vorauszahlung in Höhe von 42,5 Millionen Dollar leisten. Und das "mindestens": Denn der Vertrag enthält eine Meistbegünstigtenklausel.Das bedeutet, dass Sony Music immer einen so guten Deal bekommt wie jedwedes konkurrierende Musiklabel. Das heißt: Verhandelt ein anderes Unternehmen besser, profitiert auch Sony Music davon. Und das ist auch wörtlich zu nehmen, denn die Künstler sehen davon vermutlich keinen Cent mehr oder zusätzlich. Denn wie ein Industrie-Insider gegenüber The Verge erläuterte, behalten Labels derartige Vorauszahlungen in der Regel nur für sich.
Das Vertragswerk ist natürlich komplex, das betrifft unter anderem den Anteil am Umsatz, den Sony pro Song erhält. Diese Einnahmen hängen u. a. vom Gesamtanteil der Streams, aber auch vom einzelnen Stream ab, letzteres hängt aber davon ab, ob die Tantiemen von Nutzern (Free oder mit Abo) höher sind als die erstgenannte Umsatzbeteiligung.
Der Streaming-Dienst
Was Spotify selbst verdient, ist ziemlich unklar, eigenen Angaben nach bekommt man 30 Prozent des Bruttoumsatzes. Hinzu kommen wohl 15 Prozent an erzielten Werbeeinnahmen, das ist aber stark abhängig davon, wie viele Dritte hier beteiligt sind. Fakt ist aber unter dem Strich, dass Spotify nach wie vor keine schwarzen Zahlen schreibt.Die Künstler
Die größte offene Frage betrifft den Anteil, den die Künstler bekommen, wenn sie überhaupt (mehr) Geld sehen. Denn es ist anzunehmen, dass die bei Sony unter Vertrag stehenden Musiker ihre Deals vor dem Streaming-Boom unterschrieben haben und diese noch recht neue Verdienstquelle darin nicht berücksichtigt ist.Mit der Vereinbarung zwischen Sony und Spotify haben sie jedenfalls wenig bis nichts zu tun. Daraus kann man durchaus schlussfolgern, dass die Klagen mancher Musiker, dass sie von Spotify zu wenig Geld sehen, zu einem gewissen Teil unbegründet sind. Salopp formuliert: Sie sollten sich besser bei ihrem bzw. über ihr Label beschweren als über Spotify.
Siehe auch: Spotify steigert Umsatz auf 1,08 Mrd. € und macht weiter Verluste
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