Betrüger nutzen Mieten-Problem und zocken auf Online-Portalen ab

Betrüger haben jetzt auch die Immobilien-Portale für sich entdeckt und versuchen Menschen, angesichts der schnell steigenden Mieten in vielen Städten mit vermeintlich günstigen Angeboten abzuzocken. Das teilte die Verbraucherzentrale Bayern heute mit. Gerade in Metropolen wie Berlin steigen die Mietpreise sprunghaft an. In einigen Teilen der Städte haben sie sich binnen der letzten fünf Jahre verdoppelt. Wird ein Umzug notwendig, stehen so vor allem jene, die schon lange in einem bestimmten Bereich wohnen, schnell vor dem Problem, ihre gewohnte Umgebung mit Nachbarn und Freunden verlassen und in weiter entfernten Bezirken nach einer neuen Bleibe suchen zu müssen.

Das machen sich zunehmend Abzocker zunutze. Mit traumhaft klingenden Wohnungsangeboten auf Online-Portalen versuchen sie derzeit Kasse zu machen, so die Verbraucherschützer. Wohnungen werden dabei zu Mietpreisen angeboten, die im jeweiligen Bereich als sehr günstig angesehen werden können. In Wirklichkeit existieren diese Wohnungen aber entweder gar nicht oder gehören einem unbeteiligten Eigentümer.

Vorsicht vor Distanz-Geschäften

Die Verbraucherzentrale Bayern riet daher eindringlich, bei vermeintlichen Mietschnäppchen sehr vorsichtig zu sein. Die Masche laufe demnach häufig nach einem sehr ähnlichen Muster: Mutmaßliche Eigentümer bieten Wohnungen im Internet an, deren Mietpreise verglichen mit dem aktuellen Mietspiegel der jeweiligen Stadt unrealistisch sind. Dabei geben die Betrüger vor, im Ausland zu leben. Der Schlüssel für die Wohnungsbesichtigung könne deshalb nur gegen eine vorab geleistete Kaution per Post oder Kurier verschickt werden.

"Nachdem die Verbraucher die Kaution bezahlt haben, bricht der Kontakt zum Wohnungsanbieter ab", erklärte Esther Jontofsohn-Birnbaum, Rechtsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern. "Meist gibt es vom angeblichen Vermieter weder eine Telefonnummer noch eine gültige Adresse im Ausland. Auch das angewiesene Geld lässt sich nicht zurückverfolgen." Die Verbraucherschützerin riet daher, nur Wohnungsangebote ernst zu nehmen, bei denen es vor Ort einen Ansprechpartner gibt.
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