DE-CIX: Deutscher Provider soll Leitung für BND geschaltet haben
Die Durchführung der Datenausleitung durch Geheimdienste aus dem deutschen Internetknoten DE-CIX war bisher etwas rätselhaft. Doch nun bringen Recherchen des ZDF-Magazins Frontal 21 Licht ins Dunkel: Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll einen willigen Helfer haben.
Ein großer deutscher Internet-Provider soll unter seinem Namen eine Leitung im DE-CIX angeschlossen haben, über die der BND die Ausleitung der Datenströme vornehmen kann. Um welchen es sich dabei konkret handelt, wird allerdings nicht gesagt. Die Information soll laut dem Bericht von einer Quelle stammen, die direkt in die Überwachungsmaßnahme eingebunden ist.
Klar war zuvor, dass der BND auch direkten Zugang zu dem Knoten hat, hier aber sogar weniger als den gesetzlich zugestandenen Teil des Traffics ausleitet. Dass Geheimdienste über weitere eigene Anbindungen verfügen, hatten Experten bereits mehrfach für unwahrscheinlich erklärt. Denn es würde wohl auffallen, wenn Ports von nicht protokollierten Kabeln belegt sind. Würde ein solcher gefunden, ließe sich das wohl nur schwer unter Verschluss halten.
Eine Hilfestellung durch einen Provider, der eine Leitung direkt an den Knoten andockt, würde es dem BND hingegen ermöglichen, unerkannt an große Datenmengen heranzukommen. Diese werden dann einer eigenen Auswertung zugeführt und teils auch mit dem US-Geheimdienst NSA geteilt.
Telekom unter Verdacht
Der Verdacht fiel natürlich als erstes auf die Deutsche Telekom. Und es spräche Einiges dafür: So ist die Telekom ohnehin mehrheitlich in staatlicher Hand und würde am ehesten auch die Kapazitäten für eine entsprechende Durchleitung haben. Dass das Unternehmen aber seine eigenen Peering-Punkte betreibt und das DE-CIX traditionell nicht als zentralen Daten-Austauschpunkt verwendet, schmälert die Wahrscheinlichkeit dieser Vermutung. So könnte es durchaus auch ein anderer großer ISP sein - unter anderem sind auch 1&1 sowie Kabel Deutschland am DE-CIX vertreten.Klar war zuvor, dass der BND auch direkten Zugang zu dem Knoten hat, hier aber sogar weniger als den gesetzlich zugestandenen Teil des Traffics ausleitet. Dass Geheimdienste über weitere eigene Anbindungen verfügen, hatten Experten bereits mehrfach für unwahrscheinlich erklärt. Denn es würde wohl auffallen, wenn Ports von nicht protokollierten Kabeln belegt sind. Würde ein solcher gefunden, ließe sich das wohl nur schwer unter Verschluss halten.
Eine Hilfestellung durch einen Provider, der eine Leitung direkt an den Knoten andockt, würde es dem BND hingegen ermöglichen, unerkannt an große Datenmengen heranzukommen. Diese werden dann einer eigenen Auswertung zugeführt und teils auch mit dem US-Geheimdienst NSA geteilt.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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