Autohersteller erfassen sensible Daten von Fahrern

Käufer eines neuen Autos müssen heute nicht mehr nur darauf achten, welche Leistungen ein Hersteller zusätzlich bietet - wie beispielsweise die kostenlose Durchsicht - sondern auch Datenschutzregeln lesen.
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Denn über die in den meisten Wagen bereits fest installierten Navigationssysteme sammeln die Unternehmen umfangreiche Informationen über die täglichen Wege des Fahrers. Und wie nun eine Überprüfung durch US-Behörden bei den drei großen in Detroit ansässigen Herstellern (Big Three - Ford, General Motors und Chrysler), Toyota, Honda und Nissan zeigte, sind die Datenschutzregelungen dabei in der Regel äußerst schwammig, berichtete The Detroit News.

Doch die gute Erkenntnis vorweg: Auch bei den Autoherstellern ist es durchaus angekommen, dass der Datenschutz den Verbrauchern wichtig ist. So werden Maßnahmen zum Schutz der Daten zugesagt, ebenso wie der Verzicht auf eine Weitergabe an Dritte. Doch dies war es dann im Wesentlichen auch schon.

Nach Angaben der Prüfer ist beispielsweise nicht klar, wie lange die erhobenen Daten aufbewahrt werden. Auch eine konkrete Begrenzung auf bestimmte Anwendungsgebiete gibt es nicht. Weiterhin wird den Fahrern auch keinerlei Möglichkeit eingeräumt, die von ihnen gespeicherten Daten auf Verlangen löschen zu lassen.

Die Informationen werden in erster Linie genutzt, um den Fahrer beispielsweise über Staus in der Umgebung aufklären und ihn über alternative Strecken führen zu können. Aber auch die nächste Tankstelle oder Werkstatt kann so direkt angegeben oder ein Fahrzeug nach einem Diebstahl verfolgt werden. Doch anhand der Bewegungsprofile, die sich erstellen lassen, können noch weitaus mehr Informationen abgeleitet werden.

So ist davon auszugehen, dass die Autohersteller die Daten auch verwenden, um ein gezielteres Marketing zu ermöglichen. Denn es dürfte relativ wenig Sinn haben, einem Fahrer, der nur in absoluten Ausnahmefällen das Stadtgebiet verlässt, die Verlässlichkeit eines Autos im Gelände oder auf langen Strecken anzupreisen.

Dies ist aber noch das geringste Problem, das die Prüfer vom Government Accountability Office (GAO) in ihrem Bericht sehen. Demnach sind Autos in vielen Fällen ebenso eng an eine bestimmte Person gebunden wie ein Mobiltelefon. Entsprechend sensible Daten lassen sich mit ihnen erheben. So lässt das regelmäßige Parken vor bestimmten Gebäuden beispielsweise auf die religiöse oder politische Einstellung einer Person schließen, hieß es. Im US-Senat gibt es daher Bestrebungen, die Datenschutz-Richtlinien auch für Autohersteller zu verschärfen und sie ähnlichen Regelungen zu unterwerfen wie beispielsweise Mobilfunkbetreiber oder Anbieter von Internet-Diensten.
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