EU-Kommission: Razzia in der Telekom-Zentrale
Die Wettbewerbshüter der Europäischen Union haben jüngst die Büros der drei Telekommunikations-Riesen Orange, Telefónica und der Deutschen Telekom durchsucht. Es geht um den Vorwurf des Missbrauchs der Marktposition der EU-ISPs.
Wie unter anderem Heise berichtet, hat es bereits am Dienstag in Frankreich (Orange), Spanien (Telefónica) und Deutschland (Telekom) Durchsuchungen von Büros gegeben. Offiziell wurden die Firmennamen zwar nicht genannt, die betroffenen Unternehmen waren aber schnell identifiziert und haben die EU-Ermittlungen mittlerweile auch teils selbst bestätigt. Die Deutsche Telekom ließ ausrichten, dass man "sehr verwundert" über die EU-Ermittlungen sei.
Eine detaillierte Stellungnahme der EU liegt nicht vor, es ist aber ein offenes Geheimnis, dass es hierbei um den Backbone-Streit geht. Genauer gesagt soll der US-ISP Cogent Druck auf die EU-Wettbewerbswächter bzw. die europäischen Provider machen.
Cogent, wo man als Tier-1-Provider für den Datentransport zahlreicher US-Anbieter nach Europa verantwortlich ist, verlangt von den europäischen ISPs den Ausbau von Internet-Knotenpunkten, die immer mehr zu Nadelöhren im internationalen Datenverkehr werden. Telekom und Co. weigern sich jedoch, die Kosten dafür zu tragen.
Das prominenteste Beispiel in dieser Auseinandersetzung ist YouTube, der Streaming-Dienst ist der bekannteste, für dessen Verteilung Cogent zu einem großen Teil verantwortlich ist. Bei YouTube fallen mittlerweile gigantische Datenmengen an, allerdings vor allem in eine Richtung, nämlich nach Europa.
Der internationale Datenverkehr arbeitet nach dem so genannten Peering-Prinzip: Das funktioniert im Wesentlichen nach der "Eine Hand wäscht die andere"-Methode, die besagt, dass in beide Richtungen gleich große Datenmengen fließen dürfen, andernfalls werden Gebühren fällig. Das ist aber im Fall von Cogent nicht der Fall, da man mehr Daten zu uns schickt als umgekehrt. Die Firma mit Hauptsitz in Washington DC fordert deshalb eine unbegrenzte und vor allen unentgeltliche Datenübertragung nach Europa.
Das wollen die EU-Provider aber eben nicht bezahlen müssen und bremsen vor allem YouTube gerne auch mal aus. Der Streit wird auch immer wieder vor nationalen Gerichten und Wettbewerbsbehörden ausgefochten, diese haben bisher aber stets zu Gunsten der EU-Unternehmen entschieden. Der Streit zieht sich seit bereits Jahren hin, ein Ende ist auch nicht abzusehen.
Eine detaillierte Stellungnahme der EU liegt nicht vor, es ist aber ein offenes Geheimnis, dass es hierbei um den Backbone-Streit geht. Genauer gesagt soll der US-ISP Cogent Druck auf die EU-Wettbewerbswächter bzw. die europäischen Provider machen.
Cogent, wo man als Tier-1-Provider für den Datentransport zahlreicher US-Anbieter nach Europa verantwortlich ist, verlangt von den europäischen ISPs den Ausbau von Internet-Knotenpunkten, die immer mehr zu Nadelöhren im internationalen Datenverkehr werden. Telekom und Co. weigern sich jedoch, die Kosten dafür zu tragen.
Das prominenteste Beispiel in dieser Auseinandersetzung ist YouTube, der Streaming-Dienst ist der bekannteste, für dessen Verteilung Cogent zu einem großen Teil verantwortlich ist. Bei YouTube fallen mittlerweile gigantische Datenmengen an, allerdings vor allem in eine Richtung, nämlich nach Europa.
Der internationale Datenverkehr arbeitet nach dem so genannten Peering-Prinzip: Das funktioniert im Wesentlichen nach der "Eine Hand wäscht die andere"-Methode, die besagt, dass in beide Richtungen gleich große Datenmengen fließen dürfen, andernfalls werden Gebühren fällig. Das ist aber im Fall von Cogent nicht der Fall, da man mehr Daten zu uns schickt als umgekehrt. Die Firma mit Hauptsitz in Washington DC fordert deshalb eine unbegrenzte und vor allen unentgeltliche Datenübertragung nach Europa.
Das wollen die EU-Provider aber eben nicht bezahlen müssen und bremsen vor allem YouTube gerne auch mal aus. Der Streit wird auch immer wieder vor nationalen Gerichten und Wettbewerbsbehörden ausgefochten, diese haben bisher aber stets zu Gunsten der EU-Unternehmen entschieden. Der Streit zieht sich seit bereits Jahren hin, ein Ende ist auch nicht abzusehen.
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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