Wirtschaftsspionage:
IT-Branche besonders betroffen

Die Angst vor Wirtschaftsspionage ist für die überwiegende Zahl der Unternehmen in Deutschland ein wichtiges Thema. Drei Viertel der Firmen sehen darin hierzulande ein ernstes Risiko, so das Ergebnis einer Umfrage des Beratungshauses Steria Mummert Consulting und des IMWF Instituts.
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Gut jeder dritte Befragte stufte die Bedrohung, ausspioniert zu werden, sogar als hoch ein. Vor allem die Telekommunikations-, Medien- und IT-Branche sieht sich im Visier. Unternehmen mit Niederlassungen im Ausland gehen dabei von einem überdurchschnittlich hohen Risiko aus (56 Prozent). Knapp ein Viertel der Unternehmen verzeichnete bereits Fälle von Wirtschaftsspionage oder hegt einen konkreten Verdacht.

Die Telekommunikations-, Medien- und IT-Branche sieht sich von allen Branchen am stärksten in Gefahr: 95 Prozent beurteilen Spionage als Risiko. 35 Prozent der Verantwortlichen berichten dabei über konkrete Verdachtsfälle oder aufgedeckte Fälle von Wirtschaftsspionage. Bei den Banken sind sich 85 Prozent des Risikos bewusst - jede Vierte nennt konkrete Delikte.

Zudem sehen sich 81 Prozent der Transport- und Logistikunternehmen mit dem Risiko konfrontiert. Hier haben 35 Prozent Wirtschaftsspionage im beruflichen Alltag bereits erlebt. Die geringste Zahl von Fällen registriert die öffentliche Verwaltung mit 14 Prozent.

Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der befragten Unternehmen hat Tochtergesellschaften, freie Vertriebsmitarbeiter oder Partner in Drittstaaten wie Russland oder China, die besonders oft im Verdacht stehen, sich Industriegeheimnisse zu eigen machen zu wollen. Bei Firmen mit Auslandsvertretungen gibt es tatsächlich auch vermehrt Fälle oder Verdachtsfälle von Spionage.

Die stärkste Auslandspräsenz besteht wiederum in der Telekommunikations-, Medien- und IT-Branche mit 85 Prozent. Bei 45 Prozent der Firmen dieser Branche stammen die Auslandsmitarbeiter zwar alle aus Deutschland. Gerade diese Firmen schätzen die Spionagegefahr mit 83 Prozent besonders hoch ein.

Die Unternehmen fürchten in erster Linie, dass der Klau von Betriebsgeheimnissen einen hohen Imageschaden und finanzielle Einbußen zur Folge hat. Das sagen jeweils 34 Prozent. Für knapp ein Viertel könnte das sogar unternehmensgefährdend sein.
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