Olympus präsentierte seit 20 Jahren falsche Bilanzen
Shuichi Takayama, President des japanischen Kamera- und Medizintechnik-Herstellers Olympus, trat heute mit einer folgenschweren Mitteilung vor die Öffentlichkeit. "Ich hatte bisher keine Kenntnisse über die Fakten, die ich ihnen nun erklären werde. Die bisherigen Bilanzpräsentationen waren falsch", ließ er die Bombe platzen.
Wie er ausführte, habe das Unternehmen, das erst seit einigen Tagen unter seiner Leitung steht, seit 20 Jahren Verluste verschleiert. Die in dieser Zeit verantwortlichen Manager hätten vor allem Übernahmen genutzt, um Fehlentwicklungen in den Geschäftsberichten zu kaschieren. Takayama erklärte, dass er davon erst gestern in vollem Umfang erfahren habe.
Er habe vor, die brisante Angelegenheit weiter aufzuklären und behalte sich Strafanzeigen gegen frühere Vorstandsmitglieder vor. Takayama hatte die Leitung des Unternehmens erst Mitte Oktober übernommen. Sein Vorgänger, der Brite Michael Woodford war zuvor entlassen worden, nachdem er begann, verschiedene Vorgänge kritisch zu hinterfragen.
So kritisierte er beispielsweise hohe Zahlungen an einen Finanzberater im Rahmen der Übernahme des britischen Medizintechnik-Herstellers Gyrus für 1,92 Milliarden Dollar. Dem fraglichen Berater hatte man für seine Tätigkeit einige Gyrus-Anteile als Honorar überlassen. Angeblich, weil man sich im Nachhinein entschied, doch alleiniger Eigner der Firma sein zu wollen, kaufte ihm Olympus die Aktien anschließend wieder ab - für immerhin 687 Millionen Dollar.
Die hohe Summe kam Woodford spanisch vor. Er setzte sich für eine externe Prüfung ein und kritisierte auch den Aufsichtsratsvorsitzenden Tsuyoshi Kikukawa. Wie er nun in einem Interview ausführte, habe man ihn daraufhin aufgefordert, sich in den nächsten Bus zum Flughafen zu setzen.
Allerdings bekamen inzwischen auch Anleger von den Unstimmigkeiten im Unternehmen Wind und begannen Druck aufzubauen. Daraufhin wurden doch weitergehende Untersuchungen eingeleitet. Diese hatten unter anderem das Ergebnis, dass der großzügig entlohnte Berater inzwischen spurlos untergetaucht ist. Da dieser in den USA ansässig war, hat inzwischen auch die dortige Bundespolizei FBI Ermittlungen aufgenommen.
In Japan haben inzwischen externe Gutachter, inklusive einem ehemaligen Richter des Obersten Gerichtshofes, die Prüfungen intensiviert. In der Führungsebene zeichnen sich langsam aber sicher die Folgen des Bilanzskandals ab: Aufsichtsratschef Kikukawa hat sich inzwischen von seinem Posten zurückgezogen und der bisherige Vize-President Hisashi Mori, der die Aufsicht über die Übernahmen hatte, wurde gefeuert.
Die Sache kann aber noch schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. So dürften Verfahren gegen viele weitere Führungskräfte aus den letzten 20 Jahren eingeleitet werden. Die Aktie des Unternehmens droht aus dem Handel genommen zu werden, nachdem sie erst einmal 30 Prozent an Wert verlor. Letztlich, so die Einschätzung von Finanzexperten, könnte die Zukunft des Unternehmens vollständig auf dem Spiel stehen.
Er habe vor, die brisante Angelegenheit weiter aufzuklären und behalte sich Strafanzeigen gegen frühere Vorstandsmitglieder vor. Takayama hatte die Leitung des Unternehmens erst Mitte Oktober übernommen. Sein Vorgänger, der Brite Michael Woodford war zuvor entlassen worden, nachdem er begann, verschiedene Vorgänge kritisch zu hinterfragen.
So kritisierte er beispielsweise hohe Zahlungen an einen Finanzberater im Rahmen der Übernahme des britischen Medizintechnik-Herstellers Gyrus für 1,92 Milliarden Dollar. Dem fraglichen Berater hatte man für seine Tätigkeit einige Gyrus-Anteile als Honorar überlassen. Angeblich, weil man sich im Nachhinein entschied, doch alleiniger Eigner der Firma sein zu wollen, kaufte ihm Olympus die Aktien anschließend wieder ab - für immerhin 687 Millionen Dollar.
Die hohe Summe kam Woodford spanisch vor. Er setzte sich für eine externe Prüfung ein und kritisierte auch den Aufsichtsratsvorsitzenden Tsuyoshi Kikukawa. Wie er nun in einem Interview ausführte, habe man ihn daraufhin aufgefordert, sich in den nächsten Bus zum Flughafen zu setzen.
Allerdings bekamen inzwischen auch Anleger von den Unstimmigkeiten im Unternehmen Wind und begannen Druck aufzubauen. Daraufhin wurden doch weitergehende Untersuchungen eingeleitet. Diese hatten unter anderem das Ergebnis, dass der großzügig entlohnte Berater inzwischen spurlos untergetaucht ist. Da dieser in den USA ansässig war, hat inzwischen auch die dortige Bundespolizei FBI Ermittlungen aufgenommen.
In Japan haben inzwischen externe Gutachter, inklusive einem ehemaligen Richter des Obersten Gerichtshofes, die Prüfungen intensiviert. In der Führungsebene zeichnen sich langsam aber sicher die Folgen des Bilanzskandals ab: Aufsichtsratschef Kikukawa hat sich inzwischen von seinem Posten zurückgezogen und der bisherige Vize-President Hisashi Mori, der die Aufsicht über die Übernahmen hatte, wurde gefeuert.
Die Sache kann aber noch schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. So dürften Verfahren gegen viele weitere Führungskräfte aus den letzten 20 Jahren eingeleitet werden. Die Aktie des Unternehmens droht aus dem Handel genommen zu werden, nachdem sie erst einmal 30 Prozent an Wert verlor. Letztlich, so die Einschätzung von Finanzexperten, könnte die Zukunft des Unternehmens vollständig auf dem Spiel stehen.
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Christian Kahle
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