Gaming: Zielgruppe Frauen wird stark unterschätzt

Die Computerspiele-Industrie entwickelt ihre Produkte oft an einer riesigen Zielgruppe vorbei: Den Frauen. Wie das Marktforschungsunternehmen Interpret, das sich auf den Entertainment-Bereich konzentriert, in einer neuen Studie feststellt, ist der Anteil weiblicher Gamer in den letzten Jahren stark gestiegen. Inzwischen machen Frauen 50 Prozent der gesamten Zielgruppe aus, hieß es. Ihre speziellen Bedürfnisse spielen in den Planungen der Spiele-Hersteller aber trotzdem noch eine untergeordnete Rolle. Dabei stellten die Marktforscher klar, dass man hier aber nicht einfach in plumpe Stereotypen abgleiten darf.

In einigen Punkten würde sich das Verhalten von Frauen beim Spielen zwar von den Männern unterscheiden, es gebe aber auch viele Überschneidungen, erklärte Interpret-Analystin Courtney Johnson. Weibliche Gamer würden beispielsweise viel häufiger alleine Spielen. Dies liege daran, dass es ihnen weniger darum geht, sich im Wettbewerb mit anderen zu messen. Statt dessen spielen sie, um eine gute Geschichte zu erleben und sich mit den Charakteren der Spielfiguren auseinanderzusetzen.

Die Vorstellung, dass Frauen eher Gelegenheits-, Musik- und Lern-Spiele bevorzugen, konnte die Studie nur zum Teil belegen. 44 Prozent der befragten Spielerinnen gaben explizit an, andere Genres zu bevorzugen. Diese greifen im Grunde also auf die gleichen Titel zurück, wie ihre männlichen Kollegen.

Die Begeisterung von Frauen für Computerspiele wurde zuletzt vor allem von den Spielekonsolen vorangetrieben. 21 Prozent gaben an, Microsofts Xbox 360 zum spielen zu nutzen, 16 Prozent verwenden die Playstation 3. Im Jahr 2009 lagen die Zahlen erst bei 17 Prozent beziehungsweise 12 Prozent.

"Es bleibt abzuwarten, ob Entwickler und Vermarkter den unterschätzten Markt weiblicher Spieler verstehen und nutzen werden", sagte Johnson. Jene, die sich dem Segment gezielt nähern, dürften demnach auf einen guten Absatz hoffen. Macbook, Frauen, Spielen, Wiese Macbook, Frauen, Spielen, Wiese Ed Yourdon / Flickr
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