Internet Explorer 9 in 64 Bit deutlich langsamer
Im Rahmen der Veröffentlichung des neuen Browsers aus dem Hause Microsoft haben wir das Programm in drei Benchmarks gegen die Produkte der Konkurrenz antreten lassen. Die Ergebnisse findet man in unserem ausführlichen Artikel "Internet Explorer 9 steht zum Download bereit". Allerdings stammen die Ergebnisse aus der 32-Bit-Version des Browsers. Die 64-Bit-Variante schneidet in unseren Benchmarks deutlich schlechter ab.
kleine Werte sind besser
Wie man den Grafiken entnehmen kann, ist die 64-Bit-Variante des Browsers in allen Tests deutlich unterlegen. Der IE9 32 Bit benötigt im SunSpider-Benchmark nur 193 Millisekunden, der IE9 64 Bit dagegen 935 Millisekunden. In Googles V8 Benchmark Suite schafft es die 32-Bit-Version auf 3104 Punkte, die 64-Bit-Version erreicht nicht einmal die 600er-Marke. Ähnlich sieht es in Futuremarks Peacekeeper aus. Hier legt die 32-Bit-Variante mit 6594 Punkten vor, die 64-Bit-Variante hängt mit 4587 Punkten hinterher.
große Werte sind besser
Die Begründung dafür liefert der Microsoft-Mitarbeiter Eric Law. In einem Blog-Beitrag im Entwickler-Netzwerk MSDN schreibt er, dass die 64-Bit-Variante des Internet Explorer 9 keinen JavaScript-JIT-Compiler mitbringt. Wie schon beim langsamen Internet Explorer 8, wird der Code ohne zusätzliche Optimierungen ausgeführt, die ein JIT-Compiler beherrscht, beispielsweise die Kompilierung größerer Code-Blöcke statt einer zeilenweisen Abarbeitung.
größere Werte sind besser
Das Fehlen des JIT-Compilers in der 64-Bit-Ausgabe des Internet Explorer 9 führt dazu, dass diese Variante bei der Darstellung von JavaScript-lastigen Websites rund vier Mal langsamer ist als die 32-Bit-Ausgabe. Nutzer des Internet Explorer 9 sollten also grundsätzlich zur 32-Bit-Ausgabe greifen, um die bestmögliche Performance zu erzielen. Warum sich Microsoft dazu entschieden hat, die 64-Bit-Variante in einem unfertigen Zustand auszuliefern, ist nicht bekannt.
Installiert man den Internet Explorer 9 auf einem 64-Bit-Betriebssystem, werden automatisch die 32- und 64-Bit-Variante installiert. Standardmäßig wird die 32-Bit-Ausgabe gestartet - die 64-Bit-Ausgabe erkennt man am Namen. Der Zusatz "64 Bit" ist darin enthalten. Absolute Sicherheit, welche Version man verwendet, findet man im Info-Dialog des Browsers, der auch die Versionsnummer enthält.
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Michael Diestelberg
Redakteur bei WinFuture
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