Führende Anonymous-Aktivisten offenbar enttarnt
Unter anderem will die Firma die Identität eines Users, der unter dem Pseudonym Owen auftritt, herausgefunden haben, berichtete die Wirtschaftszeitung 'Financial Times'. Dieser lebt den Angaben zufolge in New York und sei durch die Enttarnung in das Visier von Strafverfolgern geraten.
Bei Owen soll es sich um ein führendes Mitglied des losen Netzwerkes handeln, der zu jenem Kreis gehört, der potenzielle Angriffsziele auswählt. Wie Aaron Barr, Chef von HBGary Federal, ausführte, ist die Suche nach einem Ersatz für den Nutzer bereits angelaufen.
Hier soll sich vor allem ein weiteres Mitglied namens Q hervorgetan haben. Dieser stammt offenbar aus Kalifornien und soll zu den Gründern des Netzwerkes gehören. Weitere führende Mitglieder stammen den Recherchen zufolge aus Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Italien und Australien.
Bei den DoS-Angriffen, durch die Anonymous bekannt wurde, nehmen regelmäßig hunderte Nutzer teil. Allerdings soll es lediglich einen kleinen Kreis von rund 30 Anwendern geben, die längere Zeit durchgehend aktiv waren. Lediglich rund zehn User werden von den Sicherheits-Experten zum inneren Zirkel gerechnet, der die wichtigen Entscheidungen trifft.
Als die Nachforschungen von HBGary Federal publik wurden, dauerte es nicht lange, bis die Firma selbst Ziel der Anonymous-Aktivitäten wurde. Während das Netzwerk sich sonst allerdings auf DoS-Attacken beschränkt, ist man wohl bereit, zum eigenen Schutz auf deutlich stärkere Methoden zurückzugreifen.
Wie das Sicherheits-Unternehmen Sophos mitteilte, wurde der Webserver von HBGary Federal gekapert. Dort hinterließ ein Angreifer eine Stellungnahme zu den Aktivitäten des Netzwerkes. Außerdem wurden 60.000 E-Mails von den Systemen der Firma heruntergeladen und im Filesharing-Netzwerk BitTorrent bereitgestellt.
Firmenchef Barr verlor offenbar auch die Kontrolle über seinen Twitter-Account. Weiterhin sollen auch Backups gelöscht worden sein, so dass die Webseite bisher noch nicht wieder hergestellt werden konnte. Dabei hatte das Unternehmen bereits angekündigt, nicht alle Informationen, die über Anonymous gesammelt wurden, an die Behörden zu übergeben. Hintergrund dessen ist wohl, dass man hier selbst zu Methoden griff, die nicht ganz legal waren, so dass das erlangte Wissen letztlich in den USA ohnehin nicht als Beweis vor Gericht eingesetzt werden könnte.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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