Foxconn: Kritik an Knebelverträgen von Apple & Co.
Dabei ziehen sie eine direkte Linie von der Geschäftspolitik Apples und anderer Auftraggeber zu den Bedingungen der Arbeiter in den Foxconn-Werken. Insbesondere die Preisgestaltung bei einigen Verträgen zur iPhone-Fertigung wird dabei scharf kritisiert.
"Unsere Quellen in der Industrie haben uns mitgeteilt, dass Apple im Jahr 2009 iPhones orderte und dabei die Bedingung stellte, dass Foxconn mit dieser Bestellung keinen Gewinn macht", heißt es in einem offenen Brief der Organisation "Students and Scholars Against Corporate Misbehavior" (SACOM) aus Hongkong.
In dem hart umkämpften Auftragshersteller-Markt kann es für ein Unternehmen verherend sein, bestimmte Großaufträge nicht zu erhalten. Daher können die großen Computer-Konzerne faktisch die Preise diktieren, zu denen produziert werden muss.
"Der direkte Druck von Apple und anderen Auftraggebern sorgt dafür, dass die Arbeiter an den Produktionslinien in Shenzhen nur 900 Yuan (110 Euro, d.R.) pro Monat bei einer 40-Stunden-Woche erhalten", so der Vorwurf von SACOM.
Dieser Betrag reiche bei weitem nicht, um den Lebensunterhalt eines Arbeiters zu decken. Daher sind diese gezwungen Überstunden zu machen - bis zu 100 Stunden zusätzlich sollen Foxconn-Mitarbeiter pro Monat arbeiten. Zudem befürchten sie ständig den Verlust ihres Arbeitsplatzes, was einen weiteren sozialen Abstieg zur Folge hätte.
Hinzu kommen die daraus folgende wenige Freizeit mit entsprechenden Erholungsdefiziten. "Das Ergebnis ist eine Gruppe von Menschen, die permanent Stresssituationen ausgesetzt ist", hieß es weiter. Daraus folgen häufig psychische Erkrankungen wie das Burn-out-Syndrom oder Depressionen. Dies ist nach Ansicht von SACOM die wesentliche Ursache für die Selbstmorde.
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Christian Kahle
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