Trojaner lieferte Belege für syrisches Atom-Programm
Bislang stand in dem mysteriösen Fall Aussage gegen Aussage. Nach Angaben der israelischen Regierung hätte man 2007 in Al Kabir einen neu gebauten Reaktor zerstört, den Syrien heimlich aufbaute. Syrien hielt dagegen, es habe sich um eine herkömmliche militärische Anlage gehandelt.
Bislang ist unklar, wer die Wahrheit sagt. Zwar wurden bei einer Untersuchung des Vorfalls durch UN-Beobachter Uran-Spuren gefunden, allerdings ließen diese nicht zwingend auf eine Atom-Anlage schließen. Sie könnten auch - wie die syrische Regierung behauptet - aus Uran-angereicherten Sprengköpfen der israelischen Bomber stammen.
Wie das Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' aber nun berichtete, hätten Israel eindeutige Belege vorgelegen, dass es sich bei dem Bau in Al Kabir um einen Reaktor handelt. Die Informationen stammten demnach aus Dokumenten und Fotos, die der Mossad vom Notebook eines hohen syrischen Regierungsmitglieds entwendete.
Agenten hätten den Rechner mit einem Trojaner verwanzt, als dieser für einige Zeit unbeaufsichtigt in einem Hotel-Zimmer zurückgelassen wurde. Von da an schickte das Gerät regelmäßig Bilder von den verschiedenen Bauphasen und andere Daten an den Geheimdienst, hieß es.
Der Bericht dürfte damit etwas mehr Licht ins Dunkel bringen. Immerhin wurde der Vorfall sowohl von Israel als auch von Syrien weitgehend unter den Teppich gekehrt. Die ausbleibenden öffentlichen Proteste seitens der syrischen Regierung gegen die Bombardierung galten aber ohnehin als Indiz dafür, dass das Land in Al Kabir tatsächlich insgeheim einen Reaktor baute.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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