Gnadenlose "Robo"-Klos in New York:
Türen öffnen sich nach 10 Minuten

New York City testet smarte "Robotoiletten", um den Mangel an öffentlichen Sanitäranlagen zu bekämpfen. Die intelligenten Kabinen bieten Hygiene und Komfort, haben aber einen Haken: Nach exakt zehn Minuten öffnen sich die Türen automatisch.
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Throne Labs

    Pilotprojekt in New York City

    Um dem chronischen Mangel an öffentlichen Sanitäranlagen entgegenzuwirken, hat der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani ein neues Pilotprojekt gestartet. Bislang gab es in der Millionenmetropole im gesamten Stadtgebiet lediglich rund 1000 funktionierende Toiletten. Laut Mamdani müssen es mehr werden, und deshalb stellt die Stadt in den kommenden Monaten (für den Anfang) 17 modulare Robotoiletten auf.

    Die vom Hersteller Throne Labs entwickelten Kabinen kommen ohne direkten Anschluss an das städtische Wasser- und Abwassersystem aus. Das macht die Installation im Vergleich zu herkömmlichen Toiletten günstiger. Für das Projekt investiert die Stadt vier Millionen Dollar (etwa 3,6 Millionen Euro). Die Kabinen bieten berührungslose Armaturen sowie eine Klimatisierung.


    Wie der Gothamist berichtet, ist die Nutzungsdauer der intelligenten Toiletten auf exakt zehn Minuten begrenzt. Die Entwickler wollen so verhindern, dass die Anlagen blockiert werden. Nach fünf und acht Minuten warnt eine automatische Ansage die Nutzer. Ist die Zeit abgelaufen, blinken Lichter und eine Stimme kündigt an, dass sich die Tür öffnet.

    Strenge Regeln für Nutzer

    Nach einer letzten Schonfrist von 30 Sekunden gleitet die Tür unweigerlich auf. Es gibt für die Anwender keine Möglichkeit, die Sitzung zu verlängern. Verweigert eine Person das Verlassen der Kabine, erhalten Mitarbeiter von Throne Labs eine Benachrichtigung. Das Team prüft die Situation vor Ort und könnte die Polizei einschalten.

    Der Zugang zu den Toiletten erfolgt ebenfalls digital. Um die Tür zu entriegeln, müssen Nutzer eine SMS an eine vorgegebene Nummer senden, einen QR-Code scannen oder eine spezielle App verwenden. Alternativ verteilen lokale Organisationen physische Zugangskarten an Personen ohne Mobiltelefon.

    Kritik an der Umsetzung

    Obwohl die neuen Anlagen das Stadtbild aufwerten und Hygiene bieten, äußern Interessenvertretungen Bedenken. Die Notwendigkeit eines Smartphones oder einer speziellen Karte schließe besonders obdachlose Menschen aus, warnen Aktivisten. Zudem könnten Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen durch das strikte Zeitlimit von zehn Minuten stark unter Druck geraten.

    Kritiker fordern daher, dass neben den modularen Systemen auch traditionelle Toiletten ohne Zugangsbeschränkungen ausgebaut werden. Nur so ließe sich eine faire Lösung für alle Bevölkerungsgruppen schaffen, ohne die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft zu benachteiligen.

    Was haltet ihr von solchen zeitgesteuerten Toiletten im öffentlichen Raum? Teilt eure Meinung gerne mit uns in den Kommentaren!

    Zusammenfassung
    • New York startet ein Pilotprojekt mit 17 modularen Robotoiletten
    • Die Kabinen benötigen keinen direkten Anschluss an die Kanalisation
    • Die maximale Nutzungsdauer ist auf genau zehn Minuten beschränkt
    • Nach Ablauf der Zeit öffnet sich die Kabinentür vollautomatisch
    • Der Zutritt erfolgt digital per Smartphone oder mit spezieller Karte
    • Kritiker bemängeln das Zeitlimit sowie Barrieren für Obdachlose

    Siehe auch:
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