EU: Mehr Strafen sollen Kinder online schützen

Recht, Politik & EU Das Europäische Parlament will den Schutz von Kindern im Internet deutlich ausgebaut wissen. Der Strafenkatalog für sexuelle Belästigung und Missbrauch soll angepasst werden. Ein entsprechender Forderungskatalog an die EU-Kommission wurde gestern in Straßburg verabschiedet. Die Vorlage, wonach weitere Aktivitäten kriminalisiert werden sollen, nahmen die Abgeordneten mit 591 Ja-Stimmen, 2 Ablehnungen und 6 Enthaltungen mit überwiegender Mehrheit an.

Demnach soll das so genannte "Grooming" im EU-Raum zukünftig als Straftat behandelt werden. Der Begriff bezeichnet laut dem EU-Parlament das Bestreben, Minderjährige in Online-Chatrooms zu sexuell orientierten Gesprächen zu überreden, oder auch die Kontaktaufnahme aus sexueller Motivation.

Auch die Dienste-Anbieter im Internet sollen stärker zur Verantwortung gezogen werden. So sollen diese sich strafbar machen, wenn sie einen Chat oder ein Forum betreiben, in denen "pädophile Aktivitäten stattfinden".

Wie dies im Detail funktionieren soll, ist allerdings nicht näher erläutert. Gemessen an der derzeitigen Formulierung müssten Provider und Community-Betreiber alle - auch Chatrooms mit geschlossenen Benutzergruppen - detailliert überwachen, um nicht in Gefahr einer Strafverfolgung zu kommen.
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