OOXML-Standard: Zweifel an Unabhängigkeit der ISO

Office Einige Mitglieder der Standardisierungsorganisation ISO haben Zweifel an deren Unabhängigkeit angemeldet. Hintergrund ist die Verabschiedung von Microsofts neuem Office-Dateiformat OOXML als offener Standard. In einem Schreiben erklärten die nationalen IT-Organisationen aus Brasilien, Südafrika, Venezuela, Ecuador, Kuba und Paraguay, dass eine herstellerunabhängige Arbeitsweise möglicherweise nicht mehr gegeben ist. Es sei besorgniserregend, dass trotz offen geäußerter Bedenken vieler Mitglieder, die OOXML-Standardisierung im Schnellverfahren vollzogen wurde.

Die Spezifikationen des Microsoft-Formates umfassen rund 6.000 Seiten. Verschiedene ISO-Mitglieder hatten angemerkt, dass man in der Kürze der Zeit unmöglich eine vollständige Prüfung der Dokumente vornehmen kann. Obwohl das Papier eine gute Woche intensiv diskutiert wurde, blieben letztlich offene Fragen.

Die Standardisierung des Formats ist für Microsoft ein wichtiger Schritt, um Großkunden aus dem öffentlichen Sektor halten zu können. Zahlreiche Staaten haben inzwischen Verordnungen eingeführt, dass die Archivierung von Daten und Dokumenten nur in Formen erfolgen darf, die auch langfristig einen freien Zugang ermöglichen.

Eine Garantie dafür stellt für gewöhnlich eine ISO-Standardisierung dar. Hätte Microsoft diese nicht erhalten, wären in den kommenden Jahren voraussichtlich viele bisherige Lizenznehmer für die Office-Software des Unternehmens zu alternativen Angeboten gewechselt. Immerhin hat das aus der Open Source-Community stammende ODF bereits vor einiger Zeit das Standardisierungsverfahren der ISO erfolgreich durchlaufen.
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