25 Cent/Song & 2 Dollar/Album = weniger Piraterie?
Da YouTube erfolgreiche Mitglieder für eine möglichst hohe Zahl von Klicks bezahlt, winken Lavigne und ihrem Label ganze zwei Millionen US-Dollar. Für den Chef ihres Plattenlabels Nettwerk zeigt der große Erfolg der Lavigne-YouTube-Aktion, wie die Plattenfirmen heutzutage trotz schwindender CD-Verkäufe gut verdienen können, ohne dabei gegen die Fans vorzugehen.
Terry McBride, Chef von Lavignes Label Nettwerk Entertainment, erklärte dem britischen Musikmagazin MusicTank, will man nach dem Erfolg der YouTube-Kampagne nun den Fernen Osten erobern. Dort sei mit Lavignes Bekanntheit noch einmal kräftig Geld zu verdienen, so McBride vollkommen unverblümt.
Für ihn ist Nettwerk das beste Beispiel für eine Plattenfirma des 21. Jahrhunderts. So geht McBride unter anderem davon aus, dass sein Unternehmen in diesem Jahr erstmals mehr als 70 Prozent seiner Einnahmen aus digitalen Verkäufen erwirtschaften wird. Branchenweite Schätzungen sehen hingegen einen Durchschnitt von 25,5 Prozent.
McBride appellierte erneut an die anderen und vor allem die großen Plattenfirmen. Digitale Musik dürfe höchstens 0,25 US-Dollar pro Titel kosten, Alben nicht mehr als 2 US-Dollar. Bei derart niedrigen Preisen wäre der Punkt erreicht, wo die Kunden endlich von der Piraterie Abschied nehmen würden, so McBrides Prophezeiung.
Die Labels könnten dennoch weiter gut verdienen, schließlich sei die Gewinnspanne im digitalen Bereich rund drei Mal so hoch wie bei physischen Verkäufen. Man müsse den Kunden außerdem erst einmal die Chance geben, den Labels zu zeigen, wo der kritische Punkt liegt, ab dem sie zum massenhaften Konsum legaler Digital-Musik bereit sind.
McBride kritisierte in diesem Zusammenhang erneut die Klagekampagnen der westlichen Musikkonzerne. Das Verklagen von Kunden sei schlecht für das Geschäft - die Firmen hätten mit ihrem rigorosen Vorgehen einen Graben zwischen der Kreativen und den Konsumenten geschaffen - für ihn ein absolutes PR-Desaster.
Die Plattenfirmen müssten zudem erkennen, dass in anderen Kulturen Musik anders konsumiert wird. In Asien würde Musik schon seit Jahrtausenden frei ausgetauscht, sie gehöre einfach niemandem. Ähnlich denken seiner Meinung nach auch die jüngeren Kunden in der westlichen Welt - sie wollen Musik nicht mehr unbedingt besitzen, sie aber zu jeder Zeit und an jedem Ort nach Belieben konsumieren können.
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