Google: Microsoft & Yahoo hätten Messenger-Monopol
Würden Microsoft und Yahoo verschmelzen, erwartet Page, dass dadurch Innovationen verhindert und der Wettbewerb verzerrt werden. Die eigenen Ambitionen für eine Kooperation mit Yahoo hält er hingegen für ungefährlich - es würden durch die Vermarktung von Werbung bei Yahoo durch Google keine wettbewerbsrechtlichen Probleme entstehen, prognostizierte er.
Page war auf Einladung der von Google-Boss Eric Schmidt geleiteten Denkfabrik New American Foundation in der US-Hauptstadt Washington zu Gast, um über die künftige Entwicklung breitbandiger Webdienste zu sprechen. Durch einen Zusammenschluss von Yahoo und Microsoft sieht er "viele sehr wichtige Dinge" durch eine Monopolisierung gefährdet.
So rechnet er damit, dass die beiden Firmen durch die Zusammenlegung ihrer Messenger-Netze alle anderen Anbieter aus dem Markt drängen würden. Wenn 90 Prozent der Online-Kommunikation über einen einzigen Anbieter abgewickelt würde, sei dies ein großes Risiko. Gerade bei einer Firma wie Microsoft, die schon lange "schlechte Dinge tut", sei dies problematisch.
Aktuelle Zahlen der Marktbeobachter von ComScore belegen, dass Page bewusst etwas übertrieb - Yahoo und Microsoft hätten beim Instant Messaging gemeinsam einen Marktanteil von rund 70 Prozent. Verschiedene Analysten und Microsoft hatten ihrerseits vor einer Kooperation von Google und Yahoo im Online-Werbemarkt gewarnt, da die beiden Firmen dann gut 80 Prozent Marktanteil hätten.
Google und Yahoo loten derzeit die Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit aus. Nachdem ein zweiwöchiger Test, bei dem Google-Werbung bei Yahoos Suchmaschine geschaltet wurde, erfolgreich verlief, will man die Kooperation nun ausweiten. Die Überlegungen sind Teil von Yahoos Versuch, mehr Einnahmen zu erzielen und eine Übernahme durch Microsoft auch auf lange Sicht zu verhindern.
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