Studie: Handy als Grund für Gewalt bei Jugendlichen

Telefonie Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest hat seine diesjährige Studie zum Medien- und Freizeitverhalten von Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren vorgelegt. Die Studienreihe wird seit 1998 jährlich durchgeführt. In diesem Jahr stellten die Autoren der Studie fest, dass Kinder und Jugendliche Gewaltdarstellungen und Pornos oft erst durch ihre Handys kennenlernen. Die große Verbreitung der Geräte und deren immer umfangreicheren Funktionen sollen zudem für einen fortschreitenden Missbrauch führen.

Von den 1200 im Rahmen der Studie befragten Jugendlichen besitzen bereits 94 Prozent ein Handy. 29 Prozent dieser Gruppe der Befragten wollen bereits erlebt haben, wie jemand eine Schlägerei mit dem Mobiltelefon gefilmt hat. Im Vorjahr waren es noch "nur" 17 Prozent der Jugendlichen, die derartige Erfahrungen zu berichten hatten.

Jeder dritte Junge und jedes vierte Mädchen soll bereits mit dem als "Happy Slapping" bekannten Phänomen in Berührung gekommen sein. Ein Drittel der befragten Jugendlichen soll laut der Studie schon einmal vom Austausch von Gewalt- oder Pornoclips im Freundeskreis erfahren haben.

Die Autoren der Studie sehen die immer bessere Ausstattung aktueller Handys als einen der Gründe für die zunehmende Verbreitung zweifelhafter Videos unter Kindern und Jugendlichen. Zwei Drittel aller Geräte seien mit Bluetooth-Schnittstellen ausgestattet und 75 Prozent sollen zudem über eine Kamera verfügen.

"Die Ergebnisse bestärken uns, hier weiter in die Forschung zu investieren und das Handy als wichtiges Jugendschutzthema zu begreifen", sagte Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg zu der auch der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest als Autor der Studie gehört. Die neue Studie wurde zusammen mit der Medienforschung des Südwestrundfunks (SWR) erstellt.
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