China: Gerichtsurteile fällt ein Computerprogramm

In der Provinz Shandong in Ostchina wurden mehr als 1000 Gerichtsurteile mit Hilfe des Computers gefällt. Die Software enthält Gesetze und deren Interpretierungen, so dass es den Richtern bei der Entscheidungsfällung helfen kann. Es soll zu einer Standardisierung der Urteile führen. "Niemand hat Berufung eingelegt", berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Am Freitag ging das zweijährige Versuchsprojekt zu Ende. Dabei stellte man fest, dass sich die neu entwickelte Software bewährt hat. Der Richter gibt die Details zu einem Fall ein und der Computer spuckt anschließend einen Vorschlag aus, wie die Strafe ausfallen soll.

"Computer ohne Gefühle und Bedürfnisse sind bei ihren Entscheidungen unbeeinflusst von äußeren Faktoren", sagte Zhang Baosheng von der Rechtsuniversität Chinas. Experten kritisierten dieses Projekt aber auch, da ein Urteil nur mit sehr viel Rechtswissen und praktischer Erfahrung gefällt werden kann. "Deswegen kann nur Entscheidungen von Richtern vertraut werden."
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