EU: MS wusste, dass Code-Freigabe nicht ausreicht

Microsoft Das Wall Street Journal (WSJ) hat Einblick in geheime Dokumente erhalten, die im letzten Monat von den Wettbewerbshütern der Europäischen Kommission an Microsoft verschickt wurden. Die Schriftstücke enthalten unter anderem den Hinweis, dass die Offenlegung von Quell-Code nicht den Ansprüchen der EU genügen würde. Microsoft hatte in der letzten Woche mit grossem Tam-Tam bekannt gegeben, dass man Teile des Quell-Codes von Windows lizenzieren würde, um die von der EU-Kommission festgelegten Regelungen zu erfüllen. Der Chef-Anwalt des Unternehmens hatte darauf hingewiesen, dass dies ein sehr bedeutender Schritt sei.

Die EU hat nach eigenen Angaben nie von Microsoft verlangt, den Code an Konkurrenten zu lizenzieren. Dementsprechend war die zuständige Wttbewerbskommissarin auch "überrascht", dass die Redmonder die Code überhaupt anboten, denn ihre Behörde hatte bereits vorab eindeutig klar gemacht, dass eine Freigabe des Quell-Codes nicht den Ansprüchen entsprechen würde.

Der Grossteil, der vom WSJ zitierten Dokumente, beschäftigt sich mit den Bemühungen der EU, festzustellen ob Microsoft die Auflagen der Kommission tatsächlich erfülle. Das Unternehmen hatte rund 12000 Seiten technischer Informationen zu seinen Software-Protokollen an die EU zur Prüfung übergeben. Angeblich ist der Grossteil der eingereichten Unterlagen allerdings kaum zu gebrauchen.

Microsoft droht derzeit eine Strafe von täglich zwei Millionen Euro, die rückwirkend zum 15. Dezember gezahlt werden müsste, wenn man die Auflagen der Europäischen Union nicht erfüllen kann.
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